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Volkswagen parkt Autos, die noch Abgastests bestehen müssen.

Die fehlenden Zulassungen für Fahrzeuge nach dem neuen WLPT-Abgastest führen zu einer Parkplatznot bei Volkswagen. Deshalb weicht der Konzern jetzt mit zahlreichen Neuwagen auf den Berliner Pannenflughafen BER aus. Auf dem Gelände habe der Konzern Flächen angemietet, um Autos mit Lieferverzögerungen darauf abzustellen, bestätigte ein VW-Sprecher einen Bericht des "Handelsblatts".

Hintergrund der Probleme sind neue Abgastests nach dem Prüfzyklus WLTP. Ab dem 1. September dürfen nur noch Autos zugelassen werden, die dieses neue Testverfahren durchlaufen haben. VW produziert deshalb bereits zahlreiche Autos vor, die so gebaut sind, dass sie das Prüfverfahren schaffen. Allerdings fehlen derzeit noch die Freigaben für viele dieser Modelle durch das Kraftfahrt-Bundesamt.

Konzernweit könne es durch die Umstellung auf das WLTP-Verfahren zu Lieferverzögerungen bei 200.000 bis 250.000 Fahrzeuge kommen, sagte der Sprecher. Ein Teil davon werde auf den angemieteten Parkplätzen abgestellt. "Nach unseren Betriebsferien Ende Juli werden wir schon mehr Freigaben haben", sagte der Sprecher. Neben dem BER nutzt VW derzeit auch ein konzerneigenes Testgelände in Ehra-Lessin bei Wolfsburg.

Wir prüfen die Anmietung weiterer Flächen.
Volkswagen-Sprecher
Daimler und BMW sind dagegen mit ihren WLTP-Zulassungen schon erheblich weiter. 

Beide Unternehmen haben schon deutlich mehr Modelle nach den neuen Abgasstandards zertifizieren lassen.

Wie weit der VW-Konzern seinen Wettbewerbern hinterherhinkt, zeigt eine Zusammenstellung des ADAC, die gut 600 Modelle enthält, die bereits nach dem neuen Abgasstandard (6d Temp) zertifiziert sind. Lediglich neun davon kommen nach aktuellem Stand aus dem Volkswagen-Konzern, drei von VW und sechs von Audi.

Für Mercedes und BMW listet der ADAC jeweils mehr als 120 Modelle auf. Auch Opel (rund 70) und Ford (45) sind deutlich weiter als der größte Automobilhersteller der Welt.

Volkswagen erklärt die Verspätung vor allem mit den Hypotheken der Dieselaffäre. In den zurückliegenden zwei Jahren sei die Entwicklungsabteilung permanent überlastet gewesen, weil die VW-Entwickler neue Steuerungsprogramme für die Dieselmodelle mit verdächtiger Software schreiben und zertifizieren lassen mussten, zitiert das "Handelsblatt" einen Konzernsprecher.

Zudem gebe es in keinem anderen Unternehmen eine ähnliche Modellvielfalt. Bei der WLTP-Prüfung müssten die Werte für mehr als 260 verschiedene Motor-Getriebe-Varianten ermittelt werden.

Mit Material von dpa. Dieser Beitrag ist zuerst auf SPIEGEL ONLINE erschienen.


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