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Vier Fragen zu der geschmacklosen Aktion

Benidorm ist für Briten das, was für die Deutschen der Ballermann ist. Die Einwohner des Badeortes an der spanischen Costa Blanca sind daher an Eskalation gewöhnt.

Doch eine besonders grenzüberschreitende Aktion bei einem britischen Junggesellenabschied empört nun die ganze Stadt.

Was ist in Benidorm passiert?

Eine Gruppe Briten, die einen Junggesellenabschied in Benidorm feierten, zahlte einem Obdachlosen Geld für ein Tattoo (Guardian). Nicht für irgendeins. Er sollte sich den Namen des Bräutigams auf die Stirn tätowieren lassen, genauer: "Jamie Blake, North Shields, NE28". 

Das Stechen musste aber abgebrochen werden, weil der Obdachlose zu viel Schmerz dabei empfand. Er soll 100 Euro für die Aktion bekommen haben. Er sei später schlafend am Strand entdeckt worden.

Wer ist der Mann?

Laut Guardian ist er 34 Jahre alt und kommt aus Polen. Er soll Tomek heißen und sei den ganzen Weg, 2700 Kilometer, zu Fuß nach Benidorm gelaufen, nachdem er sich mit seiner Freundin zerstritten hatte. Der Mann sei zudem Alkoholiker.

Wie sind die Reaktionen?

Im Ort ist eine Debatte über das Verhalten britischer Touristen im Allgemeinen entbrannt. Benidorm kämpft seit Jahren darum, ein besseres Image zu bekommen – mehr zu sein, als eine bloße Partystadt. 

Spanische Unternehmer kritisieren das Verhalten der Männer heftig. Karen Maling Cowles, Präsidentin der "Benidorm British Business Association", einem Verband von Hotels, hat den Obdachlosen aufgespürt. Ein Bild wurde von ihm auf Facebook gepostet. Sie sagt: 

"Wir und viele Touristen sind angeekelt von dem Verhalten. Es ist schrecklich, die Situation eines verletzlichen Mannes so auszunutzen und zu denken, dass ein bisschen Geld zu einem schnellen Spaß führen kann."

Eigentlich wollte Maling Cowles Geld für Tomek sammeln, damit er sich das Tattoo entfernen lassen kann. Dann wollte sie aber mehr tun, es gehe ja auch um den Rest seines Lebens, nicht nur um dieses eine Tattoo. "Als ich ihn kennengelernt habe, habe ich gemerkt: Er hat riesige Bedürfnisse. Ich will, dass er die Hilfe bekommt, die er braucht."

Mit welchen Konsequenzen müssen die Briten rechnen?

Darüber berichtet der Guardian nicht. Es ist anzunehmen, dass sie nicht mehr auffindbar waren.


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