Bild: Screenshot bento

Seit mehr Flüchtlinge in Deutschland leben, ist das Land angeblich deutlich unsicherer geworden. Das glaubt zumindest die AfD-Politikerin Beatrix von Storch. Vor wenigen Tagen hatte sie Falschaussagen von US-Präsident Donald Trump geteilt: Angeblich sei die Kriminalitätsrate in Deutschland gestiegen.

Nun hat der britische Sender BBC Beatrix von Storch zu ihrer Sicht der Dinge interviewt – und mit nur wenigen Fragen in Rage gebracht.

Auf Twitter beschwerte sich von Storch, sie sei hysterisch angegangen worden. Am Ende habe sie bitten müssen, nicht so angeschrien zu werden. 

Stimmt das?

Von Storch wurde im Format "BBC Newsnight" von Moderatorin Emily Maitlis zum Umgang mit Flüchtlingen und dem Islamverständnis der AfD befragt. Maitlis stellt kritische Nachfragen – auch dann, wenn ihr von Storch immer wieder ins Wort fallen will.

Es geht um die Frage, ob Trump mit seinen Aussagen Recht hat, dass die Kriminalität in Deutschland steige. Und dass die deutsche Regierung die echten Zahlen verheimlichen würde. Das hatte er zwei Mal auf Twitter behauptet. Von Storch hatte die Tweets geteilt.

Von Storch gibt Trump recht und meint, die Regierung würde die Kriminalitätsstatistik fälschen. 

Moderatorin Maitlis hakt daraufhin nach – bis es von Storch reicht.

Die wichtigste Szene:

Maitlis: "Sie wissen schon, dass das nicht korrekt ist, was sie sagen? Sie haben die niedrigsten Kriminalitätsraten seit 1992."
Von Storch: "Sie hören nicht zu!"
Maitlis: "Warum widersprechen sie den offiziellen Zahlen ihres Innenministers? Sie benutzen falsche Deliktstatistiken, um den Menschen Angst zu machen." 
Von Storch: "Schreien Sie mich nicht an."

Hier ist die Szene im Video:

Was in der Szene nicht geklärt wird – die AfD-Politikerin und die Moderatorin reden aneinander vorbei. Von Storch behauptet, die Statistiken seien nicht nur falsch, sondern würden auch schwere Straftaten wie Mord verschleiern. 

Demnach gebe es zwar weniger angezeigte Fahrraddiebstähle, aber deutlich mehr Morde – was in der Gesamtzahl nicht auffalle. Moderatorin Maitlis geht darauf nicht ein.

Hat von Storch recht?

Nein. Die Kriminalstatistik, um die es im Interview geht, zeigt, dass auch Gewaltverbrechen und Diebstähle zurückgingen: 

  1. Für Gewaltverbrechen wie Körperverletzung, Totschlag, Raub oder Mord wurden 2017 188.946 Fälle registriert, ein Rückgang von 2,4 Prozent.
  2. Für Diebstähle wurden 2.092.994 Fälle registriert, ein Rückgang um 11,8 Prozent. Wohnungseinbrüche gingen mit 116.540 Fällen um 23 Prozent zurück.

Was von Storch behauptet, ist also falsch.

Insgesamt wurden 2017 2,11 Millionen Tatverdächtige ermittelt, etwa 10 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig wurden deutlich mehr Fälle aufgeklärt. 

Die AfD benutzt oft Provokationen, um für ihre Ideen zu werben. Wie man mit AfD-Politikern reden kann, um sie zu entlarven, hat zuletzt auch ein Interview gezeigt, das der WDR-Journalist Philipp Menn mit der AfD-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel geführt hat. 

So berichtet bento über die AfD

Wir verhelfen der AfD zu mehr Aufmerksamkeit, wenn wir über die Provokationen und Tabubrüche der Rechtspopulisten berichten. Wenn wir sie ignorieren, melden sich Menschen und fragen: Wo bleibt der Aufschrei? Ist das, was die AfD sagt, etwa schon "normal"?

Wie wir mit diesem Dilemma umgehen und wann wir wie berichten, haben wir hier aufgeschrieben.


Haha

Wir legen uns fest: Das ist die lustigste Szene der WM
Letzte Minute der Nachspielzeit. Und dann das.

Noch lebt die Hoffnung: Im Spiel zwischen Iran und Spanien läuft die vierte Minute der Nachspielzeit. Spanien liegt 1:0 vorne, die Iraner wollen unbedingt noch ein Tor schießen. Sie haben bravourös gespielt, mit letzter Kraft rennen sie an, da bekommen sie noch mal einen Einwurf. 

Die Position: deutlich neben dem Strafraum; klar, jetzt muss der lange Einwurf kommen. Direkt auf den Stürmer, dann gibt es noch eine kleine Chance. Es wäre der größte Erfolg des Iran bei einer WM.

Verteidiger Milad Mohammadi nimmt sich den Ball, küsst ihn. Haut sich den Ball noch mal gegen den Kopf. Jetzt weit werfen! Anlauf: Links. Rechts.

Doch dann: Rolle vorwärts.