Bild: dpa/Tobias Hase

Seit mehr als drei Jahren steht sie vor Gericht, noch nie äußerte sie sich persönlich. Am Donnerstag hat die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe nun ihr Schweigen gebrochen. (SPIEGEL ONLINE)

Zschäpe war Teil der rechten Terrorzelle "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU). Im Prozess geht es um die Morde, die der NSU begangen hat.

Was hat sie gesagt?
  • Sie erklärte, sie habe sich früher "durchaus mit Teilen des nationalistischen Gedankenguts" identifiziert. Inzwischen jedoch nicht mehr.
  • "Heute beurteile ich Menschen nicht nach Herkunft und politischer Einstellung, sondern nach Benehmen", sagte Zschäpe.
  • Zschäpe entschuldigte sich zudem bei den Opfern des NSU und den Hinterbliebenen.
Wieso ist das eine Überraschung?

Zschäpe ist die Hauptangeklagte im NSU-Prozess, der bereits am 6. Mai 2013 begonnen hat. Es ist einer der größten Prozesse gegen rechte Gewalt in Deutschland.

Bislang hatte sie jahrelang ihre Aussage verweigert. So hatten es die Verteidiger ihr geraten. Zschäpe hatte aber bereits schriftliche Aussagen verlesen lassen.

Worum geht es in dem Prozess?

Um Taten, die bereits Anfang der 2000er stattgefunden haben. In der sogenannten NSU-Zelle haben sich die mutmaßlichen Rechtsterroristen Beate Zschäpe, Uwe Mundlos oder Uwe Böhnhardt organisiert.

Zehn Morde werden ihnen zwischen 2000 und 2007 angelastet. Als sie die erste Tat verübt haben sollen, waren sie gerade einmal zwischen 23 und 27 Jahren alt. Der Gerichtsprozess soll die Taten nun aufklären.

Was war das Motiv des NSU?

Fast alle Morde wurden laut Bundesanwaltschaft aus Fremdenhass verübt: Demnach soll der NSU acht türkisch- und einen griechischstämmigen Zuwanderer getötet haben. Als zehntes Opfer soll das Trio eine deutsche Polizistin getötet haben. ("WAZ")

Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt hatten insgesamt 13 Jahre unerkannt im Untergrund gelebt – also fern ihrer Familie und Freunden, immer auf der Flucht vor der Polizei und den Geheimdiensten. Erst 2011 flog der NSU auf. Die beiden Männer wurden tot in einem ausgebrannten Wohnwagen aufgefunden, Zschäpe stellt sich wenig später der Polizei. (tagesschau.de)

Die Taten hießen doch nicht immer NSU-Morde, oder?

In den Medien waren sie lange als "Döner-Morde" benannt worden. Ermittler nahmen an, dass es sich um Gewalt innerhalb der türkischen Community handelte – keiner konnte sich vorstellen, dass rechte Täter dahintersteckten.

Wie geht es jetzt weiter im Prozess?

Im Prozess warten nun alle gespannt auf das Gutachten des Psychiaters Henning Saß. Es geht darin um die Schuldfähigkeit von Zschäpe. Welchen Eindruck hat der Gutachter von Zschäpes Persönlichkeit? Ist Zschäpe so schwach, wie sie es vor Gericht behauptet hat? Oder spielte sie eine verantwortungsvolle Rolle im NSU? (SPIEGEL ONLINE)

Mehr zum Thema Fremdenfeindlichkeit:

Lass uns Freunde werden!


Today

In Reykjavik wurden die Straßenlaternen ausgeschaltet – wegen der Nordlichter

Einmal im Leben Nordlichter sehen: Selbst für Island-Urlauber ein Traum, der sich nicht immer erfüllt. Denn damit am Himmel Polarlichter, auch Aurora Borealis genannt, zu sehen sind, müssen einige Faktoren zusammen passen: Der Himmel muss wolkenfrei sein, die Lichter selbst müssen stark genug sein – und man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort stehen. Möglichst nah am Polarkreis.

In der isländischen Hauptstadt Reykjavik kamen am Mittwochabend alle Faktoren zusammen. Wenn da nicht die Straßenbeleuchtung wäre: Damit die Isländer die Nordlichter trotzdem beobachten konnten, wurden die Straßenlaternen ausgeschaltet. Die Stadtverwaltung hatte beschlossen, die Beleuchtung in einigen Teilen der Stadt sowie dem Stadtzentrum zwischen zehn und elf Uhr abends auszuschalten. Zusätzlich wurden Bewohner gebeten, die Innenbeleuchtung möglich gering zu halten. (Iceland Monitor)