Bild: Tobias Hase/dpa

Bayern hat gewählt, die CSU ist die stärkste Kraft (37,2 Prozent), dahinter folgen die Grünen (17,5 Prozent), die SPD stürzt ab (9,7 Prozent). Wir haben noch mehr spannende Ergebnisse zusammengefasst.

1 Die Jungen wählen noch grüner.

Bei den 18- bis 24-Jährigen geht auch die CSU als Wahlsieger hervor (27 Prozent). Anders als bei den älteren Wählerinnen und Wählern kommen hier die Grünen aber auf 23 Prozent (SPIEGEL ONLINE/Infratest dimap). Nimmt man auch noch alle dazu, die jünger sind als 30, dann kommt die CSU auf einen Prozentpunkt mehr, die Grünen auf einen weniger.

Die SPD schneidet dabei besonders schlecht ab, die Partei käme bei den Unter-30-Jährigen nur auf 7 Prozent. (Forschungsgruppe Wahlen/bento)

2 30 Prozent der Erstwähler sind nicht wählen gegangen.

Bei allen, die es dennoch taten, landen die Grünen auf Platz 1, die CSU auf Platz 2. In absoluten Zahlen bedeutet das rund 100.000 Stimmen zu 90.000 Stimmen.

3 Die SPD ist eine alte Partei.

Nur bei Menschen, die älter sind als 60 Jahre, kommt die SPD noch auf rund 14 Prozent. Bei den 45- bis 59-Jährigen sind es etwa 8 Prozent, in allen Altersgruppen darunter reicht es laut Infratest dimap nur für 7 Prozent. Juso-Chef und GroKo-Kritiker Kevin Kühnert meint dazu: "Wie die politische Stimmung wirklich ist, sieht man am besten bei jungen Menschen. Weil die sehr klar tagespolitisch abstimmen. Deshalb ist das ein klares Zeichen für den Ernst der Lage." (SPIEGEL ONLINE)

4 Frauen wählten wieder häufiger die Grünen.

  • 20 Prozent der Frauen wählten laut der Befragung von Infratest dimap am Wahltag die Grünen – ein Plus von 10 Prozentpunkten im Vergleich zur vorigen Wahl. 37 Prozent der Frauen entschieden sich für die CSU (-11 Prozentpunkte).
  • Insgesamt haben die Grünen bei Frauen und Männern in allen Altersgruppen dazugewonnen und die CSU verloren.

5 Männer entschieden sich häufiger für die AfD als Frauen.

  • Bei keiner anderen Partei ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern so deutlich. 
  • 13 Prozent der Männer wählten die AfD, bei den Frauen waren es lediglich 7 Prozent.

6 Bei Wählerinnen und Wählern mit niedriger und mittlerer Bildung punktet die CSU.

Die Grünen waren am Sonntag vor allem in den Städten mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern erfolgreich, wo auch viele gut ausgebildete Wählerinnen und Wähler leben. Bei denen mit hoher Bildung haben sie ein Plus von 13 Prozentpunkten eingefahren, während die CSU 7 Prozentpunkte verlor.

7 Viele Arbeiterinnen und Arbeiter wählten die AfD.

Arbeiterinnen und Arbeiter haben sich in Bayern zum großen Teil von der Sozialdemokratie verabschiedet. Während die Rechtspopulisten 22 Prozent der Arbeiter für sich gewinnen konnten, verloren die Sozialdemokraten 11 Prozentpunkte und erreichten damit nur 9 Prozent. 

8 Die Rentner favorisierten die CSU.

Bei den Rentnern kommt die CSU auf satte 48 Prozent, SPD und Grüne sind mit 13 Prozent gleich auf. (Forschungsgruppe Wahlen)

9 Zugezogene wählten häufig Grün, CSU – oder überhaupt nicht. 

Vor der Wahl hatte der CSU-Ehrenvorsitzende Edmund Stoiber noch gesagt: "In den vergangenen Jahren hat es aufgrund unseres wirtschaftlichen Erfolgs eine einzigartige Wanderungsbewegung nach Bayern gegeben." Aus allen Teilen Deutschlands seien mehr als eine Million Menschen nach Bayern gekommen. "Und nicht jeder von ihnen kann wissen, welchen großen Anteil die CSU am Erfolg Bayerns hat." (bento)

Und wie sah es nun wirklich aus?

In absoluten Zahlen machten die Zugezogenen rund 520.000 Wahlberechtigte aus. 160.000 von ihnen wählten gar nicht, 100.000 wählten die Grünen, 90.000 die CSU.

10 Die AfD lockte Nicht- und CSU-Wähler an.

Rund 160.000 Wählerinnen und Wähler wanderten laut Infratest dimap von der CSU zur AfD. Weitere 180.000 AfD-Wähler hatten 2013 gar nicht gewählt.

(Bild: Forschungsgruppe Wahlen)

11 Die Nichtwähler wären die größte Fraktion.

Die Welt hat berechnet, wie das Ergebnis aussehen würde, wenn die fiktive Partei der "Nichtwähler" existieren würde: Diese wäre mit 28 Prozent die größte Fraktion, die CSU würde mit 26,9 Prozent folgen


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