Bild: unsplash.com / Kaitlyn Horton

Das Baukindergeld soll jungen Familien ermöglichen, sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Und nun kannst du es endlich beantragen. Der Zuschuss bleibt allerdings umstritten: Das Baukindergeld wird teuer für den Staat. CDU, CSU und SPD haben aber dennoch einen Kompromiss gefunden. 

1.Was ist das Baukindergeld?

 Das Baukindergeld ist ein staatlicher Zuschuss für Familien mit Kindern, die ein Eigenheim bauen wollen.

2. Wie viel Geld könnte meine Familie bekommen?

Pro Kind soll es jährlich 1.200 Euro Hilfe vom Staat geben, nach zehn Jahren ist Schluss. Wer zwei Kinder hat, kann also einen Geldzuschuss von 24.000 Euro innerhalb von zehn Jahren bekommen. Die Kinder müssen unter 18 Jahre alt sein und zuhause wohnen.

3. Wer hat Anspruch auf das Baukindergeld?

Die Einkommensgrenze liegt bei 75.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen. Dazu kommen 15.000 Euro Freigrenze pro Kind, also 90.000 Euro bei einem und 105.000 Euro bei zwei Kindern. Außerdem soll die Leistung rückwirkend ab Januar 2018 für alle seither abgeschlossenen Kauf- und Bauverträge gezahlt werden. 

4. Wie kam es zur Idee des Baukindergelds?

Die Union hatte es in ihrem Wahlprogramm festgelegt und will damit jungen Familien unter die Arme greifen, um sich den Traum von den eigenen vier Wänden zu verwirklichen. Die SPD hatte dem im Februar in den Koalitionsverhandlungen zugestimmt – denn auch die Arbeitnehmer mit geringem Einkommen, die sich trotzdem keine Wohnung kaufen können, zahlen die Leistung über ihre Steuern indirekt mit. 

5. Was hatte es mit der Quadratmeterdeckelung auf sich?

Ursprünglich waren rund zwei Milliarden Euro Zuschuss für Familien eingeplant. Nach Berechnungen des Bundesfinanzministers Olaf Scholz (SPD) hätte das Geld aber kaum gereicht, wenn betroffene Familien darauf bis 2021 Anspruch erheben. Deshalb vereinbare er mit Innen- und Bauminister Horst Seehofer (CSU) eine Deckelung auf 120 Quadratmeter Hausgröße. Das wurde jetzt revidiert – die Hausgröße spielt nun keine Rolle mehr. Das funktioniert, weil die Antragsfrist auf Ende 2020 gelegt wurde.

6. Was ist noch für Familien geplant? 

Am Mittwoch stand auch die Verabschiedung eines Milliardenpakets im Kabinett auf der Tagesordnung, das gerade Familien entlasten soll. Dazu gehören neben zehn Euro mehr Kindergeld im Monat ab Juli 2019 ein höherer Steuer-Grundfreibetrag und ein höherer Kinderfreibetrag. 

7. Wird das Baukindergeld auch kritisiert?

Ja, denn: Auf dem Land ist Eigentum günstiger, Wohnungen und Häuser sind in der Regel aber größer. Familien, die in Großstädten zur Miete wohnen, hilft das neue Baukindergeld kaum, weil man sich dort, wenn man nicht sein angestammtes Viertel verlassen will, auch mit Baukindergeld in der Regel keinen Immobilienkauf leisten kann. Auch der Steuerzahlerbund und Rechnungshof sehen das Ganze kritisch. FDP-Chef Christian Lindner spricht von einer Milliardenverschwendung. Er schlägt vor, das Geld lieber in Steuerentlastungen zu investieren.

Mit Material von dpa


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