Bild: Manu Fernandez/AP
Was wir wissen:
  • Bei dem Anschlag in der Innenstadt von Barcelona sind am Donnerstagnachmittag mindestens 13 Menschen getötet worden, etwa Hundert wurden verletzt. Das teilten die katalanischen Behörden mit. (El Pais
  • Auch 13 Deutsche sind nach Angaben der Bundesregierung teils lebensgefährlich verletzt worden.
  • Gegen 17 Uhr fuhr ein Lieferwagen gezielt auf Barcelonas Promenade La Rambla und den Flanierbereich für Fußgänger. Über eine Strecke von 500 Metern raste der Wagen im Zickzack in die Menschenmenge. 
  • Der oder die Fahrer flüchteten anschließend zu Fuß.
Die ersten Stunden nach der Tat in Barcelonas Innenstadt:
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  • Noch am Donnerstagabend beanspruchte die Terrormiliz "Islamischer Staat" den Anschlag für sich. Das ließ sie über ihre sogenannte Nachrichtenagentur Amaq verlauten. 
  • Sant Just Desvern: In dem Vorort von Barcelona überfuhr am späten Abend ein Auto zwei Polizisten an einer Straßensperre. Der Fahrer wurde erschossen. Einen Zusammenhang zu der Tat in Barcelona gibt es laut katalanischem Polizeipräsidenten wohl nicht.
  • Cambrils: Im Küstenort südlich von Barcelona wurden in der Nacht fünf mutmaßliche Attentäter erschossen. Auch sechs Zivilisten und ein Polizist wurden verletzt, eine Frau starb am Freitag an ihren Verletzungen (El Pais). Die mutmaßlichen Terroristen besaßen laut Polizei Sprengstoffwesten. Welche Verbindungen es hier zu den vorherigen Ereignissen gibt, ist unklar. Möglicherweise wurde in Cambrils ein zweiter Anschlag verhindert. (Tagesschau)
Bild aus Cambrils aus der Nacht(Bild: Imago)
Was wir noch nicht sicher wissen:
  • Woher die Opfer des Anschlags stammen, ist bislang noch nicht bekannt. Mehrere Quellen, unter anderem das ZDF, berichten auch von deutschen Todesopfern.
  • Zwei Verdächtige wurden noch am Donnerstag festgenommen, die Festnahme von zwei weiteren gab die Polizei am Freitag bekannt. 
  • Die vier sollen 21, 27, 34 und 38 Jahre alt sein. Drei sollen aus Marokko stammen, einer aus Spanien. 
  • Doch der Hauptverdächtige, der den Lieferwagen durch die Innenstadt gesteuert hatte, ist offenbar nicht darunter. 
  • Die Polizei schließt nicht aus, dass die Täter noch weitere Anschläge geplant hatten und auf eine noch größere Anzahl von Todesopfern abgezielt hatte. 
  • "El Mundo" berichtet, die spanische Polizei fahnde nach dem 17-jährigen Moussa Oukabir, dem jüngeren Bruder des bereits am Donnerstag inhaftierten Driss Oukabir. Moussa soll seinem Bruder den Pass gestohlen und unter dessen Namen den Transporter angemietet haben. Dies habe auch Driss Oukabir gegenüber der Polizei bestätigt.
  • Zunächst kursierte ein Foto über einen möglichen Verdächtigen. Der Mann mit dieser Identität sagte der Polizei, ihm seien seine Papiere gestohlen wurde.

Das berichten Augenzeugen aus Barcelona:

Eine belgische Touristin, die bei dem Anschlag dabei war, erzählte der spanischen Zeitung "El Pais": "Wir sind in Richtung der Rambla gelaufen, als wir sahen, wie ein weißer Lieferwagen anfing Menschen zu überfahren. Wir haben gesehen, wie Fahrradfahrer und Fußgänger durch die Luft geschleudert wurden – es war schrecklich.

Menschen zünden Kerzen für die Opfer auf La Rambla an.(Bild: dpa/ Manu Fernandez)

Ein junger Mann, der selbst von dem Lieferwagen erfasst wurde, erzählt von seinen heftigen Schmerzen im Rücken. Er hat gesehen, wie der Lieferwagen Menschen überfuhr, die gerade eine Fußgängerampel überquerten. (El Pais)

Alberto Tort, der selbst auf der Rambla wohnt, spricht von einem totalen Desaster: "Die Polizei wollte mich zuerst nicht durchlassen, aber als ich mich als Krankenpfleger ausgewiesen habe, durfte ich doch in die abgeriegelte Zone. Ich habe mindestens sechs Tote gesehen, habe noch versucht, einen jungen Mann wiederzubeleben, aber es war unmöglich."

Ein Mann twitterte vom zweiten Anschlagsort Cambrils ein Video, in dem die Einsatzkräfte zu sehen und Schüsse zu hören sind: 

Today

"Sie haben nicht nur Leben genommen, sondern auch das Gefühl der Sicherheit"
Auf der Rambla am Tag nach dem Anschlag in Barcelona.

Islamistische Attentäter steuern einen Lieferwagen über die Rambla in Barcelona. Es ist ein Anschlag auf eine der Touristenhochburgen Europas, ins Herz einer ausgelassenen und weltoffenen Stadt (mehr zur Tat bei bento). 

Wie geht es den Menschen in Barcelona? Wie haben sie die Gewalttat erlebt? 

Wir haben Anwohner und Besucher der Rambla gefragt.