Bild: Stephen Hass/The News-Gazette/dpa
Zwei wichtige Zitate aus Obamas Rede

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hält sich normalerweise zurück mit Kritik an seinem Nachfolger Donald Trump. Doch zwei Monate vor den Kongresswahlen äußerte sich Obama so klar wie selten zuvor. Er forderte Amerikanerinnen und Amerikaner-ä über Parteigrenzen hinweg dazu auf, die Regierung von Trump abzustrafen.

Was hat Barack Obama gesagt?

Auch wer mit ihm politisch nicht übereinstimme, "sollte dennoch besorgt sein über unseren derzeitigen Kurs und sollte dennnoch die Wiederherstellung von Ehrlichkeit, Anstand und Rechtmäßigkeit in unserer Regierung sehen wollen", sagte Obama in einer Rede vor Studenten in Urbana-Champaign im US-Bundesstaat Illinois.

Obama warnte vor "den Mächtigen und den Priviligierten, die uns gespalten halten wollen und uns wütend und zynisch halten wollen, weil es ihnen hilft, den Status quo zu wahren und ihre Macht und ihre Privilegien zu behalten. Er fügte hinzu: "Es hat nicht mit Donald Trump angefangen. Er ist ein Symptom, nicht die Ursache. Er zieht nur seinen Nutzen aus Feindseligkeiten, die Politiker seit Jahren angeheizt haben."

Der Ex-Präsident rief seine Zuhörer dazu auf, bei den Wahlen im November ihre Stimme abzugeben. Mit Blick auf die bislang zweijährige Amtszeit Trumps sagte er:

Wenn ihr denkt, dass Wahlen keine Rolle spielen, dann hoffe ich, dass die vergangenen zwei Jahre diesen Eindruck korrigiert haben. Ihr müsst mehr machen, als einen Hashtag retweeten. Ihr müsst wählen.
Barack Obama

Obama spielte zudem auf Trumps Einreiseverbot für Menschen aus bestimmten muslimischen Staaten, Trumps Feindseligkeit gegenüber kritischen Medien und Trumps Druck auf Generalstaatsanwalt Jeff Sessions an. Er sagte, über Parteigrenzen hinweg sollte klar sein, dass der Generalstaatsanwalt nicht dazu gedrängt werden dürfe, politische Gegner zu bestrafen oder Angehörige der eigenen Partei zu schützen. "Es sollte nicht demokratisch oder republikanisch sein, zu sagen, wir bedrohen die Freiheit der Presse nicht, weil sie Dinge sagen oder Geschichten publizieren, die sie nicht mögen".

Auch habe es nichts mit Parteizugehörigkeit zu tun, "dass wir sagen, wir nehmen keine bestimmten Menschengruppen auf der Basis ins Visier, wie sie aussehen oder wie sie beten. Wir sind Amerikaner. Wir sollen Tyrannen die Stirn bieten, nicht ihnen folgen. Wir sollen Diskriminierung die Stirn bieten. Und wir sollen ganz sicher klar und eindeutig Nazi-Sympathisanten die Stirn bieten!"

Wie schwierig kann es sein, zu sagen, dass Nazis schlecht sind!
Barack Obama

Nach den tödlichen Protesten in Charlottesville vor einem Jahr war Trump dafür kritisiert worden, rechtsextreme Gewalt nicht eindeutig verurteilt zu haben. Es habe auf beiden Seiten der Demonstranten auch "sehr gute Menschen" gegeben, hatte er damals gesagt. 

Donald Trump attackiert Obama nach wie vor regelmäßig, der Ex-Präsident hält sich hingegen mit Kritik normalerweise zurück. Trump spottete am Freitag bei einem Auftritt in Fargo im US-Bundesstaat North Dakota über Obamas Rede. "Ich bin eingeschlafen", sagte er.

Was wird in zwei Monaten in den USA gewählt?

Bei den Wahlen im November werden das Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu gewählt. Die Abstimmung gilt als wichtiger Stimmungstest für die Regierung des Republikaners Trump. Der Präsident befürchtet, die Republikaner könnten ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus an die Demokraten verlieren. 

Mit Material von dpa


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