Bild: epa/ Vassil Donev

Nichts ging mehr. Mazedonien hat am Mittwoch vorübergehend die Grenze zu Griechenland geschlossen. Am späten Abend passierten die ersten Hilfesuchenden den Übergang nahe der Ortschaft Idomeni aber wieder, wie ein SPIEGEL-ONLINE-Reporter vor Ort beobachtete. Hunderte weitere Flüchtlinge hätten sich in Warteschlangen eingereiht.

Zuvor hatten zahlreiche Medien unter Berufung auf die Polizei und Behörden berichtet, dass Mazedonien den Übergang dicht gemacht und so die sogenannte Balkanroute abgeriegelt hat. Über diese kommen viele Flüchtlinge nach Westeuropa. Es waren vorübergehend mehr als 2000 Flüchtlinge am Grenzübertritt gehindert worden.

Die Ursache für die kurzzeitige Schließung ist wohl ein "Stau" auf der Balkanroute, insbesondere nahe der mazedonisch-serbischen Grenze. Viele Flüchtlinge warten dort laut Informationen der mazedonischen Polizei auf die Weiterreise. Aus diesem Grund sei vorübergehend die Grenze zu Griechenland beim Eisenbahnübergang Idomeni-Gevgelija geschlossen worden. (Süddeutsche)

Die EU-Staaten werfen Griechenland vor, nicht genug zur Sicherung der EU-Außengrenzen zu tun. Die Kommission berät, das Land aus dem Schengenraum auszuschließen.

Was ist die Balkanroute?

Gemeint ist die Strecke zwischen dem Nahen Osten und Europa über die Balkan-Staaten. Für Flüchtlinge ist sie zur Hauptroute auf ihrem Weg nach Mitteleuropa geworden – insbesondere für Syrer, Afghanen, Pakistaner und Iraker. Auf dem griechischen Festland sammeln sich die Hilfesuchenden, um über Mazedonien und Serbien schließlich nach Kroatien und Ungarn zu gelangen. Seit der Errichtung eines Grenzzauns zwischen Serbien und Ungarn führt die Route häufig über Slowenien.

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