Bild: dpa/Alvaro Barrientos
Was ist passiert?

Gute Nachricht für Tierschützer: Auf Mallorca und anderen Balearen-Inseln gibt es nun schärfere Regeln für den traditionellen Stierkampf. Die Stiere dürfen im Ring ab jetzt weder verletzt noch getötet werden. Stattdessen sollen nur noch drei Stiere für je zehn Minuten durch die Arenen gejagt werden. Das beschloss das Regionalparlament der Inselgruppe am Montag mit deutlicher Mehrheit. (Europapress)

Außerdem dürfen Jugendliche unter 18 Jahren nicht mehr bei den Stierkämpfen zuschauen – Alkoholverkauf soll auch verboten werden. Auch das jährliche Stiertreiben von Fornalutx soll sich radikal ändern: Statt an einem Seil gebunden durch die Straßen gejagt zu werden, sollen die Tiere auf einem Gelände frei laufen dürfen

Warum ist das wichtig?

Ein komplettes Verbot der Stierkämpfe gibt es in Spanien derzeit nur auf den Kanarischen Inseln. Vergangenes Jahr war ein Verbot in Katalanien vom spanischen Verfassungsgericht aufgehoben worden. Der Grund: Die Stierkämpfe seien ein wichtiger Teil der spanischen Kultur. (SPIEGEL ONLINE)

Auch bei der Abstimmung am Montag stimmte die konservative Opposition, vor allem die Volkspartei (PP), dagegen. Sie kritisierte, es verstoße gegen spanisches Gesetz, welches die Stierkämpfe als "immaterielles Kulturgut" definiert. Für das Gesetz stimmten die Sozialisten der PSIB, die linksökologische Regionalpartei Més und die Linkspartei Podemos.

Wie geht es jetzt weiter?

Der Widerstand gegen die beliebte Massenattraktion wird größer. Schätzungen zufolge besuchen zwar jedes Jahr sechs Millionen Fans die Arenen. Allerdings zeigt eine aktuelle Umfrage, dass nur ein Viertel der Bevölkerung überhaupt an den Spielen interessiert ist. Vor allem unter den 18-24-Jährigen sind 60 Prozent für ein Verbot der Kämpfe. (The Local)


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Deswegen setzt er jetzt die Flüchtlingskrise wieder auf die Agenda. Das ist wichtig, wie die Situation in Italien zeigt, wo wieder unzählige Menschen übers Mittelmeer ihren Weg nach Europa finden. (bentoAber Schulz muss auch aufpassen, dass er nicht an Glaubwürdigkeit einbüßt.