Bild: dpa/Rolf Haid

Die Freiburger Uni gilt als Hochburg des "Bänderns": Vor gut einem Jahr fingen hier Studierende an, ihr Mensaessen nicht mehr an der Essensausgabe, sondern am Rückgabeband zu holen. Indem sie statt eines frischen Essens die Reste ihrer Kommilitonen essen, wollen die Studierenden ein Zeichen gegen übermäßige Lebensmittelverschwendung setzen. In keiner anderen deutschen Uni wird das Mensa-Containern in so großem Stil betrieben.

Die Freiburger Uni will dem nun Einhalt gebieten: Bis Weihnachten sollen über den Rückgabebändern Abdeckungen gebaut werden. Sie sollen die Studenten daran hindern, an die Essensreste zu kommen.

Warum wird das "Bändern" jetzt verboten?

Das Studierendenwerk, das die Mensa betreut, hat das Bändern lange Zeit geduldet. Allerdings, so Pressesprecherin Renate Heyberger zu bento, "häuften sich in letzter Zeit die Hinweise, dass es juristisch bedenklich ist".

Soll heißen: Sobald das Reste-Essen auf dem Band landet, läge es in der Verantwortung der Mensa, die Reste zu entsorgen. Sollte sich einer der Bänderer mit Keimen im Essen infizieren, könne die Mensa juristisch haftbar gemacht werden, sagt Heyberger. Auch wenn die hygienischen Risiken äußerst gering seien.

Die Mensa haftet für hygienische Risiken.

Die Maßnahme, das Bändern nun zu unterbinden, "tut mir fast leid", sagt Heyberger. Denn gegen Essenverschwendung seien die Betreiber der Mensen ja auch. "Dass diese jungen Leute von so einer Mission erfüllt sind, das finde ich gut", sagt sie in Bezug auf die Bänderer. Allerdings seien die Bedenken eben zu groß.

Kaum Abfälle in der Mensa

Laut Heyberger gehe es bei der Aktion aber auch gar nicht konkret um die Mensa. Deren Abfälle könne man auch kaum mehr verringern. Als das Bändern aufkam, habe man eine "seriöse Berechnung" angestellt, wie viel Essen überhaupt im Abfall lande. Das seien 45 Gramm pro Teller, 30 davon sind etwa Gemüseschalen und gehen schon vor der Verarbeitung in die Tonne.

Die geringe Abfallmenge sei auch kein Verdienst der Bänderer. "Wir geben täglich knapp 4000 Essen aus. Die Zahl der Bänderer liegt lediglich bei 40-50 Personen." Laut Heyberger zeige dies, dass es bei der Aktion eher darum gehe, ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung zu setzen. "Das unterstützen wir ja auch", sagt die Sprecherin.

Alternativen zum Bändern

Man wolle sich deshalb kooperativ zeigen: "Wir wollen deshalb versuchen, ob wir nicht gemeinsam andere Wege finden, Essenabfälle zu verringern", sagt Heyberger. Man könne sich zum Beispiel günstig Mehrwegboxen zum Einpacken der Reste kaufen oder von Vornherein kleinere Portionen bestellen.

Eine neue Idee: Die Reste direkt den Bänderern geben

Eine Lösung wäre auch: Den noch halb vollen Teller gar nicht erst aufs Band stellen, sondern schon vorher den wartenden Bänderern weiterreichen. Das wäre dann auch juristisch vollkommen unbedenklich.

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