Ein veganes Drama in 5 Akten

Attila Hildmann, der erste prominente Veganer Deutschlands, Self-Made-Kochbuchautor, Let's-Dance-Teilnehmer und nun auch geschundener Bistro-Besitzer, hat sich mit den Medien angelegt. 

Der Grund: eine vernichtende Restaurant-Kritik des Berliner "Tagesspiegel". Das Ganze eskalierte ziemlich schnell und ging so weit, dass Attila mit einer Waffe drohte. Ernsthaft! 

Aber nun von vorn: Wir erklären dir das Drama in fünf Akten!

Es treten auf:

  • Attila, ein Koch
  • Susanne, eine Kritikerin
  • Lorenz, ihr Chef
1. Akt – die Exposition
Die höchst niederschmetternde Restaurant-Kritik zu Berlin-Charlottenburg

In Deutschlands Hauptstadtzeitung, dem "Tagesspiegel", gibt es regelmäßig Restaurant-Kritiken – meist mit mildem Urteil, manchmal aber auch mit einem vernichtenden. Im Fall von Hildmanns Bistro "Vegan Food by Attila Hildmann" war es eher Letzteres. 

Die Kritikerin Susanne Kippenberger tritt auf. Sie testet regelmäßig vegane oder vegetarische Restaurants in Berlin. Ein paar Auszüge:

Wer im Imbiss einkehrt, den der Fleischverächter im Frühjahr in Charlottenburg eröffnete, meint, eine Fritteuse zu betreten.
  • "Oder die Süßkartoffeln, eher klebrig statt knusprig."
  • Auch die Burger können die Kritikerin nicht überzeugen: "Das Brötchen mag aus Dinkel sein, ist aber genauso labberig wie in den großen Hamburgerketten."
  • Die Attitüden des Chefs kommen gar nicht gut an: "Während seine verschwitzten Mitarbeiter vors Nachbarhaus ziehen, um eine zu rauchen, setzt sich der muskelbepackte Chef an diesem Abend breitbeinig auf die Treppe vor seinem Laden. Vegane Männlichkeit muss wohl bewiesen werden."
  • Die Gäste lassen sich über den Nachtisch aus: "Leicht entnervt sitzen junge Freundinnen auf dem Bänkchen unterm Baum. 'Jetzt sind wir für das Scheiß-Matcha-Eis 'ne Stunde gefahren', beklagt sich eine."

[Regieanweisung: bitte beim nächsten Mal nicht so boshaft, statt Kellner nur das Essen beleidigen]

Nach dieser Kritik könnten sich viele wohl doch lieber für den Veggie-Burger bei McDonalds als für Hildmanns hippe Variante entscheiden, scheint der zu befürchten. Attila, übrigens Namensvetter des Alleinherrschers des Kriegerverbandes der Hunnen um die Jahre 430 bis 440, setzt also zum Gegenangriff an. Erst einmal mit Hausverbot und Gewaltandrohung.

2. Akt – Das erregende Moment
Attilas Feldzug

"Wer im Imbiss des Gottkochs der Veganer einkehrt, meint, eine Fritteuse zu betreten." Hausverbot für den Tagesspiegel...

Posted by Attila Hildmann on Donnerstag, 19. Oktober 2017


Attilas Schlachtfeld heißt Facebook. Seine Waffe: üble Beleidigungen. Einen "dreckigen Kackartikel" voller Unwahrheiten habe Frau Kippenberger da geschrieben, diese "Wannabe-Journalistin", der er am liebsten Pommes in die Visage stopfen möchte. 

Es sei ekelhaft, sich über verschwitzte Mitarbeiter zu beschweren, die ehrlicher harter Arbeit in einem der schwierigsten Wirtschaftsbereiche nachgingen, der Gastronomie. Er würde ihr am liebsten vor das "Tagesspiegel"-Gebäude kotzen. Sie solle doch lieber mal über die 50 Millionen männlichen Küken schreiben, die pro Jahr geschreddert würden. Er spricht von Rufmord und verabschiedet sich schließlich standesgemäß:

Es grüßt Sie der Veganerkönig, Attila der Erste!​​
3. Akt – Der Wendepunkt
Das Chef-Duell

Nach den Rufmord-Vorwürfen von Attila dem Ersten wittern nun die Kollegen beim "Tagesspiegel" ihrerseits Rufmord – immerhin hat die vegane Ein-Mann-Armee die Kritikerin persönlich auf Facebook verlinkt und so die eigene Fanbase zum Shitstorm animiert. Also schaltet sich "Tagesspiegel"-Chefredakteur Lorenz Maroldt ein.

Der Chef schreibt einen allmorgendlichen Newsletter namens "Checkpoint". In der Ausgabe vom Freitag nennt er den Facebook-Rant von Attila "gedrucktes Hackfleisch". Und bedauert, dass nun alle Redakteure des Hauses Restaurantverbot haben: 

Klarer Fall von Suppenhaft!
4. Akt – Das retardierende Moment
Ein Moment der Reue und Waffen

Attila stellt fest, dass sein Rant "weite Kreise" bei den Medienhäusern des Königreiches zieht. In einem neuen Facebook-Eintrag bittet er daher zu Tisch und lädt kostenlos alle Journalisten ein, "sich selbst ein Bild von meinen veganen Bio-Burgern und meiner angeblich nach Öl stinkenden Frittenbude zu machen."

Außerdem kündigte Attila einen Schritt an, der selbst die "Red Wedding" aus "Game of Thrones" in den Schatten stellt: 

Sollte die Mehrheit der Journalisten meine Burger schlechter finden als Burger mit Fleisch werde ich live vor den Kameras ein Steak essen!

Damit allen Kritikern klar ist, worauf sie sich beim Besuch von Attilas Festung – und im Falle einer folgenden Negativkritik – einlassen, lädt er ein Foto mit hoch. 

Es zeigt Attila mit gezückter Shotgun, wahrscheinlich aufgenommen bei der Jagd nach wildem Quinoa:

Meine Reaktion auf die Rezension der Journalistin zieht weite Kreise, es erschienen Beiträge in allen deutschsprachigen...

Posted by Attila Hildmann on Samstag, 21. Oktober 2017
5. Akt – Die Katastrophe
Das Dinner

Ob die Katastrophe eintritt, wie sie ausfällt – das wird sich am Mittwochabend zeigen. Dann findet der Journalisten-Empfang im Hause Hildmann statt. Wir erwarten Shakespearsche Höchstleistungen!


Retro

Das Tamagotchi ist zurück! Jetzt wirklich!
Nach 20 Jahren ist es jetzt wieder im Handel.

1997 veränderte ein Ei die Welt. Noch bevor es das Nokia 3310 gab, den Game Boy Color oder so futuristische Dinge wie den iPod, erschien das Tamagotchi. Eine Japanerin hatte es erfunden, mehr als 80 Millionen Geräte wurden weltweit verkauft.

Die Spielidee: In einem kleinen Ei-ähnlichen Gehäuse lebt ein digitales Tier. Per Knopfdruck kann man es füttern und pflegen, bei zu wenig Zuwendung stirbt das Tamagotchi einen virtuellen Tod. 

Nun ist es zurück – 20 Jahre nach dem weltweiten Erfolg kommt eine Neuauflage in den Handel.