Bild: Facebook FC St. Pauli
Sogar der FC St.Pauli distanziert sich von seinem Sponsor.

Astra gehört zum Hamburger Viertel St. Pauli wie die Reeperbahn oder Olivia Jones. Die Hamburger Brauerei ist bekannt für ihre provokante Werbung, doch jetzt ist das Unternehmen zu weit gegangen. Wegen eines rassistisches Werbeplakats wird Astra gerade heftig kritisiert. 

Was ist passiert?

Für die Werbung eines Biermischgetränkes hing die Brauerei mitten auf der Reeperbahn ein Werbeplakat auf. Die Werbewand ist seit Jahren von Astra angemietet. Zu sehen ist ein Mann, der offenbar indischen Migrationshintergrund haben soll, in einem Meerjungfrauen-Kostüm. Darunter der Slogan: "Wolle Dose kaufen?" Das Motiv finden viele geschmacklos und rassistisch.

Welche Reaktionen gab es?

Via Facebook meldete sich auch der Fußballclub FC St. Pauli, dessen Hauptsponsor Astra ist:

Astra Bier, wir haben was dagegen! Rassismus ist nicht lustig und nicht akzeptabel. ____ #fcsp #neinzurassismus

Gepostet von FC St. Pauli am Donnerstag, 9. August 2018

Bei Facebook kritisierten hunderte Nutzer die Hamburger Brauerei und schrieben auf die Pinnwand, was sie von der Werbung halten. In den meisten Fällen – nicht viel.

Vielen User gefällt neben der Darstellung des Mannes auch der Spruch nicht, der absichtlich in falscher Grammatik abgedruckt wurde und so offenbar Klischees bedienen soll.

Wie reagiert Astra auf die Kritik?

Die Brauerei entschuldigte sich zunächst via Facebook bei den Menschen, die sich durch den Spruch angegriffen fühlten. Es sei nicht die Absicht gewesen, Menschen zu beleidigen. Sie glaubten an Gleichberechtigung, und daran, dass "jeder mal aufs Korn genommen werden kann".

Facebook Kommentar von Astra nach der Kritik an ihrem Werbeplakat.

Auf Anfrage von bento äußerte sich die Pressesprecherin des Mutterkonzerns Carlsberg Deutschland, Linda Hasselmann, zur Kritik:

"Astra ist schon immer eine Marke gewesen, die aneckt und mit Grenzen spielt. Das haben wir auch dieses Mal versucht. Wenn es uns diesmal nicht gelungen ist, können wir uns nur entschuldigen."

Auf die Frage, ob der offensichtliche Rassismus nicht vor dem Aufhängen des Plakates hätte auffallen müssen. sagt sie: "Das ist auch immer eine Frage, durch welche Brille man das sieht. Wir wollen insgesamt den Kiez darstellen, aber nicht ernsthaft Leute beleidigen."

Wie geht es jetzt weiter?

Auch wenn Carlsberg und Astra natürlich für die Werbung stehen, lag die konzeptionelle Verantwortung des Werbeplakats bei der Werbeagentur "Philipp und Keuntje" aus Hamburg. Die Werbeagentur wurde in den letzten Jahren immer wieder für ihre Astra-Plakate kritisiert, weil sie sexistisch seien oder Minderheiten diffamierten. Die Zusammenarbeit mit der Agentur stellt die Carlsberg-Sprecherin aber nicht in Frage:

"Wir arbeiten seit 20 Jahren mit Philipp und Keuntje zusammen. Wenn man sich die letzten Jahre ansieht, kann man von einer Erfolgsgeschichte sprechen."
Linda Hasselmann, Carlsberg-Sprecherin

Diese Werbekampagne müsse "reflektiert" werden, da sie viele Menschen aufgewühlt habe. Es gäbe eben nur eine "schmale Grenze" zwischen "Provokation und Rassismus", so die Sprecherin. Die Brauerei werde das Plakat nun aber abhängen, da zu viele Menschen sich davon diskriminiert und gestört fühlten. 

Auch die Distanzierung des FC St. Pauli sieht sie gelassen: "Wir standen in Kontakt mit dem Verein. Wir haben ihm den Verlauf geschildert und daraufhin darf er seine Meinung ausdrücken", so Hasselmann. 


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