Bild: Regis Duvignau/Reuters
Vier Fragen zu den Vorwürfen

Was ist passiert?

Asia Argento ist eine der prominenten Frauen, die Harvey Weinstein sexuelle Übergriffe vorgeworfen haben. Die italienische Schauspielerin und Regisseurin wurde zu einer der Vorkämpferinnen der "MeToo"-Bewegung

Jetzt berichtet die "New York Times", das Argento 2013 einen 17-Jährigen sexuell missbraucht haben soll. Das ginge aus anonymen Quellen und Dokumenten einer außergerichtlichen Einigung hervor. Unter anderem würden diese eine Zahlung von 380.000 Dollar beinhalten – mutmaßliches "Schweigegeld".

Der Schauspieler Jimmy Bennett behauptet, Argento hätte ihn in einem Hotelzimmer sexuell missbraucht. Bennett war zu dem Zeitpunkt 17 Jahre alt, Argento 37.

Das Schutzalter in Kalifornien

In Kalifornien liegt das Mindestalter für sexuelle Handlungen bei 18 Jahren. 

Mit einer Person unter 18 Jahren darf man in Kalifornien rechtlich also keinen Sex haben, solange der- oder diejenige nicht der Ehepartner ist. Das gilt selbst wenn beide Involvierten unter 18 sind. In dem Fall machen sich beide strafbar.

Die Strafen variieren je nach Altersunterschied zwischen den Personen. In Argentos Fall hätte eine Haftstrafe von einigen Monaten bis zu drei Jahren drohen können. (California Legislative Information)

Was genau wird Asia Argento vorgeworfen?

Laut des Berichts, welcher der "New York Times" vorliege, stelle Bennett das Geschehen folgendermaßen dar:

Im Alter von sieben Jahren hatte Bennett an der Seite von Argento in dem Film "The Heart Is Deceitful Above All Things" ihren Sohn gespielt. Argento sei damals wie eine Mutter für Bennett gewesen. Zehn Jahre später – im Mai 2013 – hätten sich die beiden zu einem Wiedersehen verabredet, bei dem auch ein Familienmitglied Bennetts anwesend gewesen sein soll. Argento habe darum gebeten, alleine mit Bennett zu sein und ihm Alkohol gegeben. Später habe sie ihn geküsst, ihn aufs Bett geworfen, ausgezogen und Oralsex an ihm vorgenommen. Danach habe sie sich auf ihn gelegt und sie hätten Sex gehabt.

Später soll Argento den Minderjährigen dazu aufgefordert haben, Fotos zu machen. Einige dieser Bilder würden der "New York Times" nach eigenen Angaben vorliegen.

Auf der Fahrt nach Hause habe sich Bennet verwirrt, beschämt und angeekelt gefühlt. Diese Erfahrung mit Argento habe ihn traumatisiert und seiner Karriere geschadet.

Was hat Argento während der MeToo-Bewegung gesagt?

Im vergangenen Jahr beschuldigte Argento Harvey Weinstein und erzählte, er habe sie zum Oralverkehr gezwungen. Auf den Filmfestspielen in Cannes warf sie Weinstein in einer Rede vor, sie im Alter von 21 Jahren vergewaltigt zu haben (bento). Dass sie sich selbst als Opfer von sexueller Gewalt präsentiert habe, sei für Bennett nach eigener Aussage unerträglich gewesen und hätte seine Erinnerungen an das Ereignis wieder hervorgerufen, heißt es in der "New York Times". 

Asia Argento auf dem 71. Filmfestival in Cannes.(Bild: Vianney Le Caer/dpa)

Welche Folgen hatte der Übergriff?

Der Übergriff sei laut Bennet ein Grund für ihm entgangene Einkünfte. In den fünf Jahren vor den Geschehnissen hätten sich seine Einkünfte auf mehr als 2,7 Millionen Dollar belaufen. Nach dem Treffen mit Argento seien es nur noch 600.000 Dollar gewesen. Schuld sei das Trauma, das er durch den sexuellen Übergriff erlitten habe.

Der "New York Times" zufolge, haben sich bisher keine der Beteiligten weiter zu den Vorwürfen geäußert


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