Bild: Guglielmo Mangiapane/SOS MEDITERRANEE/dpa
Vier Fragen zur schwierigen Situation der "Aquarius"

Die Flüchtlingsretter auf dem Schiff "Aquarius" suchen nach einem sicheren Hafen für die 141 Geflohenen an Bord und müssen weiter auf dem Meer ausharren (bento).

Die Menschen waren am Freitag in der libyschen Such- und Rettungszone gerettet worden. Bedeutet: Die Libyer sind für die Koordinierung des Rettungseinsatzes zuständig. Die Helferinnen und Helfer teilten mit, die Leitstelle in Tripolis habe keinen Ort zugewiesen. Also seien andere Leitstellen kontaktiert worden.

Was ist passiert?

Italien hat jetzt reagiert. Der Verkehrsminister Danilo Toninelli schrieb am Montag auf Twitter:

"Die NGO Aquarius wurde von der libyschen Küstenwache im Bereich ihrer Verantwortung koordiniert. Das Schiff befindet sich jetzt in maltesischen Gewässern und fährt unter der Flagge von Gibraltar. Damit übernimmt das Vereinigte Königreich die Verantwortung für den Schutz der Schiffbrüchigen."

Warum hilft Italien nicht selbst?

Am Samstag hatte Innenminister Matteo Salvini noch in einem Radio-Interview gesagt, das Schiff werde auch dieses Mal sicher nicht in einen italienischen Hafen fahren dürfen. Italien will grundsätzlich keine Geflohenen mehr aufnehmen und hat noch immer alle Häfen gesperrt (bento). 

Seit dem Antritt der populistischen Regierung bleibt Italien in der Migrationsfrage hart (bento). Bereits im Juni verwehrte sie der "Aquarius" erstmals die Einfahrt in einen Hafen. Auch andere Schiffe, die Menschen aus Seenot gerettet hatten, konnten über Tage hinweg nicht anlegen, weil ihnen nicht sofort ein sicherer Hafen zugewiesen wurde. 

Wer ist gerade an Bord der "Aquarius"?

Die meisten Flüchtlinge stammen aus Somalia und Eritrea. Unter ihnen sind 67 unbegleitete Minderjährige.

Was sagen die Retter?

Aloys Vimard, Projektkoordinator von Ärzte ohne Grenzen, sagte:

Das Grundprinzip, Menschen in Seenot zu retten, ist bedroht.
Aloys Vimard, Ärzte ohne Grenzen

Schiffe seien unter Umständen nicht mehr bereit, auf die Hilferufe zu reagieren, weil das Risiko zu hoch sei, dass ihnen ein nächstgelegener, sicherer Hafen verwehrt werde und sie allein gelassen würden.

Nach Italien habe auch Malta eine Aufnahme abgelehnt, sagte Sophie Beau, die Präsidentin der französischen Organisation SOS Méditerranée. 

Menschen an Bord hätten der Besatzung berichtet, sie hätten vor ihrer Rettung durch die "Aquarius" fünf verschiedene Schiffe in der Nähe gesehen, die keine Hilfe geleistet hätten.


Mit Material von dpa


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