Zwei Fragen, zwei Antworten

Ein Stadtrat der bayerischen Stadt Dorfen muss vor Gericht, nachdem er mit einem Plakat gegen die AfD demonstriert hat. Der Grund: Polizisten wollen ihn dabei erwischt haben, wie er eine Demo abgehalten habe. Allein.

Was ist das Problem?

Heiner Müller-Ermann (SPD) hatte ein Plakat gebastelt und sich damit an den Wegrand gestellt, während die AfD gerade eine Versammlung in einem Lokal in der Nähe abhielt. Das stand drauf:

Auch damals dachten viele: 'So schlimm wird es nicht'

Das war aber noch nicht das Problem. Das kam, als ein Passant dazu kam, beide haben sich kurz unterhalten. Zufällig liefen dann auch drei Beamte vorbei. 

Der Vorwurf: Mit dem Plakat und dem Beisteher habe er eine unangemeldete Versammlung abgehalten, behauptet Müller-Ermann (Merkur). Die Polizei in Erdingen hat das gegenüber bento bestätigt.

Nun soll Müller-Ermann ein Bußgeld von 225 Euro plus 25 Euro Gebühr plus 3,50 Euro Auslagen bezahlen. 

Gegen den Bußgeldbescheid des Landratsamts Erding erhob er jedoch Einspruch. Er hätte nicht die Absicht gehabt, eine Versammlung abzuhalten, er habe vielmehr von seinem "Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch machen wollen", sagte er dem BR.

Wie geht es weiter?

Der unfreiwillige Demonstrant hat nach eigenen Angaben vom Amtsgericht einen Verhandlungstermin bekommen. Er habe es nicht für möglich gehalten, dass "ein solches bescheidenes, demokratisches Bekenntnis derartige behördliche Verfolgung auslöst". (BR

Wozu der Bußgeldbescheid noch führt, ist offen.

Auf Twitter gibt es bereits viele Reaktionen auf die Plakat-Aktion des Mannes, viele zeigen sich ihm gegenüber solidarisch: 


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Diese 13 Tweets fassen die Hitzewelle perfekt zusammen
Wessen Schweiß ist das?

Es ist heiß in Deutschland. So heiß, dass der Wetterdienst empfiehlt: Bleibt doch einfach Zuhause, geht alles entspannt an, überanstrengt euch nicht. (bento)

Man kann es verstehen: