Bild: Foto: Screenshot Holly O'Railly/ AP/dpa Montage: bento

Presse- und Kommunikationsteams sind eigentlich dazu da, ihre Firmen und Chefs in der Öffentlichkeit zu vertreten. Aber im Fall von US-Präsident Donald Trump schaffen es seine Pressesprecher immer wieder, selbst Gegenstand der Berichterstattung zu werden. 

Der zurückgetretene Pressesprecher Sean Spicer behauptete zum Beispiel einst, Adolf Hitler hätte keine Chemiewaffen gegen sein Volk eingesetzt und bei Trumps Vereidigung wären so viele Menschen gewesen, wie nie zuvor bei dieser Veranstaltung. (bento)

Spicer wird nur noch bis Ende August im Amt sein. Der Grund für seinen Rücktritt: Der neue Kommunikationschef namens Anthony Scaramucci. Mit ihm soll die Zeit der "alternativen Fakten" zu Ende zu sein. Aber sachlich ist auch er nicht. Im Gegenteil:

Am Mittwoch rief Scaramucci einen Journalisten des "New Yorker" an. Er wollte wissen, wer die Informationen für einen Artikel an den Reporter weiter gegeben hatte – der Journalist weigerte sich aber, seine Quelle zu verraten. Darauf hin droht Scaramucci, Leute zu entlassen, damit nichts mehr an die Presse weiter gegeben wird: "Ich feuere einen nach dem anderen. Ich habe drei bis vier Leute, die ich morgen feuern werde."  Außerdem verdächtigt er Stabschef Reince Priebus die Hauptquelle für die sogenannten Leaks zu sein.

Wie reagierte der Reporter? Der schrieb einen Artikel über das Gespräch. Scaramuccis Aussagen wurden noch deutlich absurder:
  • Priebus sei "ein verfickter paranoider Schizophrener"
  • Und über den Chefstrategen des Präsidenten sagte Scaramucci: "Ich bin nicht Steve Bannon. Ich versuche nicht, meinen eigenen Schwanz zu lutschen." (bento)

Auf die verbalen Entgleisungen folgten heftige Reaktionen, von fassungslos bis verteidigend:

Der Republikaner und ehemalige Sprecher des Repräsentantenhauses Newt Gingrich sagte in einem Radiointerview, dass Scaramucci zwar kämpferisch aber wenig effektiv sei. "Es ist wenig hilfreich, jemanden zu haben, der in der Öffentlichkeit Familienkämpfe austrägt." (The Wall Street Journal)

Scaramucci hat aber auch Unterstützer, zum Beispiel Bryan Lanza. Er hatte Trump noch als stellvertretender Kommunikationschef bei seiner Wahlkampagne unterstützt, aber keinen Posten im Weißen Haus übernommen. "Anthony ist ein bunter Kerl. Wir sollten nicht schockiert über seine bunte Sprache", sagte Lanza. 

Auf die Frage, ob es von Scaramucci klug sei, in der ersten Woche seines Jobs bereits so aggressiv eigene Mitarbeiter zu kritisieren, antwortete Lanza: "Der Präsident hat einen Kämpfer eingestellt. Niemand sollte überrascht sein."

Klingt irgendwie ganz nach Scaramucci selbst, der bei Twitter sagte, er spreche nun einmal so "bunt", wolle aber an sich arbeiten. 

Scaramuccis Aussagen waren natürlich auch eine gelungene Vorlage für lustige Tweets. Was sich einige von ihnen einfallen ließen, zeigen wir in der Slideshow:

Statt eine Mütze mit "Make America great again" gibt es hier jetzt neue Vorschläge für Werbematerial:
Wie wäre es mit einer Rolle in "Tatsächlich Liebe" für Scaramucci?
Scaramucci inspiriert zu neuen Spielen. Hier musst du es schaffen, seine Aussagen im Wortlaut wiederzugeben:
Was findet Trump nur so toll an diesem Scaramucci?
Noch absurder als bei "House of Cards" das Ganze:
Die Fact Checker sagen: Scaramucci hat recht. Er ist nicht Steve Bannon.
Wenn du realisierst, warum alle über Scaramucci reden:
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Wer gerade mit wem Ärger im Weißen Haus hat, erfährst du hier:


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