Bild: dpa/Maja Hitij
Eine Studie zeigt, wie falsch wir den Anteil an Muslimen schätzen.

Die Islamisierung des Abendlandes steht unmittelbar bevor – zumindest in der gefühlten Wahrheit vieler Europäer. Das führt zu gewaltigen Fehleinschätzungen, wie viele Muslime eigentlich hier leben (und andersrum). Zu dem Schluss kommt eine Studie des Forschungsinstitut Ipsos Mori.

Das Institut hat Bürgern in 40 Ländern zwei einfache Fragen gestellt: Wie viele Muslime leben in deinem Land? Und wie viele werden es 2020 sein? Diese gefühlten Zahlen wurden dann den realen Bevölkerungsanteilen und -hochrechnungen gegenübergestellt. In fast allen Ergebnissen liegen die Tipps der Befragten weit über der tatsächlichen Zahl.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse:
  1. Viele westliche Länder überschätzen den Anteil von Muslimen extrem. Deutsche Befragte gehen davon aus, dass jeder fünfte Einwohner Muslime ist, 2020 sogar jeder dritte. Tatsächlich leben derzeit weniger als fünf Prozent Muslime in Deutschland – also etwa jeder 20 Einwohner.
  2. Länder mit muslimischen Mehrheiten unterschätzen hingegen den Anteil. Die Türkei hat zum Beispiel einen Anteil von 98 Prozent – viele befragte Türken ordnen den Anteil aber bei 81 Prozent ein.
  3. Ipsos Mori hat auch weitere Fragen gestellt – und aus allen einen "Ignoranz-Index" ermittelt, sortiert nach den größten Fehleinschätzungen. Indien, China und die USA gehören zu den "ignorantesten" Ländern. Deutschland liegt im Ranking "nur" auf Platz 34 – schätzt sich also meist sehr gut ein. Die besten schnitten die Niederlande ab.
Was waren die anderen Fragen?

Ipsos Mori wollte unter anderem wissen, für wie glücklich die Bürger ihre Mitmenschen halten (alle gehen vom Schlimmsten aus) und für wie fortgeschritten sie die Rechte für LGBT halten (alle gehen von noch Schlimmerem aus). Gefragt wurde auch nach der Akzeptanz zu unehelichem Sex (gefühlt geringer, real sehr hoch) und nach dem Wohlstand von Geringverdienern im Land (gefühlt extrem hoch, real ernüchternd wenig).

Welcher Methode folgte die Umfrage?

Befragt wurden 27.250 Menschen in 40 Ländern zwischen dem 22. September und 6. November 2016. Die realen Zahlen wurden von Umfrageinstituten wie dem Pew Research Center übernommen.

Da die Umfrage kurz vor der US-Wahl endete, war eine Frage auch, ob man eher mit Hillary Clinton oder Donald Trump als Sieger rechne. Außer Serbien, China und Russland rechnete niemand Trump ernsthafte Chancen zu. Und nur bei Russland war das Ergebnis eindeutig – 50 Prozent glaubten an Trump, 29 Prozent an Clinton.


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