Bild: epa/Olivier Hoslet

Nach den Terroranschlägen in Brüssel zeigen sich viele Twitter-Nutzer solidarisch: Unter dem Hashtag #PorteOuverte (auf Deutsch: offene Tür) fordern Brüsseler andere Menschen auf, in ihren Wohnungen Schutz zu suchen – und so die Straßen der belgischen Hauptstadt zu verlassen. Die belgische Regierung geht aktuell davon aus, dass dort nach wie vor Attentäter unterwegs sind: "Wir fürchten, dass Personen noch auf freiem Fuß sind", sagte Außenminister Didier Reynders dem belgischen Fernsehsender RTBF (bento).

Auf Twitter nutzten Menschen den Hashtag #PorteOuverte zum ersten Mal nach den Anschlägen in Paris im vergangenen November – mit demselben Ziel wie jetzt in Brüssel: Menschen in Sicherheit zu bringen (bento, wir haben damals auch mit dem Erfinder von #PorteOuverte gesprochen). Diesmal gibt es auch eine englische Variante: #OpenHouse.

(Für diejenigen, die kein Französisch können: "Offene Türen für Studenten aus Louvain-la-Neuve, die nicht nach Hause fahren können! Wir verpflegen euch, Leute!")

"Ich will helfen"

Unter einem weiteren Hashtag bieten Menschen Hilfe jeglicher Art an: #ikwilhelpen heißt auf Deutsch "Ich will helfen" – und genau so ist es gemeint. Ein Twitter-Nutzer stellt zum Beispiel sein Hotelzimmer zur Verfügung, dass er selbst nicht nutzen wird, weil er seine Reise nach Brüssel wegen der Anschläge abgesagt hat.

Weil die Metro-Stationen nach den Anschlägen geschlossen wurden, stecken viele Menschen in der belgischen Hauptstadt fest. Mit dem Hashtag #ikwilhelpen bieten Twitter-Nutzer auch Mitfahrgelegenheiten innerhalb Brüssels sowie in die umliegenden Städte an.

Außerdem fahren viele Taxen in der Stadt gratis: Am Vormittag rief der belgische Taxiverband Febet per Twitter dazu auf, Menschen aus den Brennpunkten zu fahren.

(Für diejenigen, die kein Französisch können: "Taxi-Freunde, stellt euch euren Landsleuten zur Verfügung, helft dabei, Personen aus sensiblen Orten zu evakuieren. Danke an alle")

Auch die Brüsseler Hotels zeigen sich solidarisch: Betroffene der Anschläge dürfen in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch kostenlos übernachten. Das berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga am Dienstagabend unter Berufung auf den Hotelverband Brussels Hotels Association (BHA). Unter der Telefonnummer +32 2 648 50 02 können sich Interessierte nach einem freien Zimmer erkundigen. (Tagesspiegel)