Bild: Jordi Pizarro
Auf der Rambla am Tag nach dem Anschlag in Barcelona.

Islamistische Attentäter steuern einen Lieferwagen über die Rambla in Barcelona. Es ist ein Anschlag auf eine der Touristenhochburgen Europas, ins Herz einer ausgelassenen und weltoffenen Stadt (mehr zur Tat bei bento). 

Wie geht es den Menschen in Barcelona? Wie haben sie die Gewalttat erlebt? 

Wir haben Anwohner und Besucher der Rambla gefragt.

Meri Badia, 20 und Ernest Dift, 24
(Bild: Jordi Pizarro)

Wir sind gestern aus Menorca gekommen, leben nicht weit vom Zentrum der Stadt entfernt. Jeden Tag laufen wir hier an der Rambla entlang. Hier auf der Rambla halten sich normalerweise mehr Touristen auf – aber es ist auch unsere Straße. 

Wir fühlen mit den Familien der Opfer, als wären sie unsere Brüder. Die Attentäter haben uns nicht nur 13 Leben genommen, sondern auch das Gefühl der Sicherheit. 

Der Hauptverdächtige ist erst 17 Jahre alt. Wie kann man so etwas tun?

Carla Sánchez, 23, Verkäuferin in einem Modeladen an der Rambla
(Bild: Jordi Pizarro)

Plötzlich hörten wir Schreie, dann kamen auch schon die Leute in unseren Laden gerannt. Zunächst sind wir alle nach oben auf den Speicher geflüchtet. Einige Menschen sind dann schon nach wenigen Minuten wieder aus dem Laden gelaufen. Wir sind geblieben. Ich war erst um 4 Uhr zu Hause, meine Familie hat versucht, mich anzurufen, meine Eltern waren völlig aufgelöst. Es war eine Frage der Zeit bis hier so etwas passiert.

Heute ist die Stimmung hier absurd. Seit dem Nachmittag kommen die Menschen wieder in unseren Laden, fragen uns wo genau der Anschlag verübt worden ist – mit einem Lächeln auf den Lippen, als wäre nichts geschehen. Ganz surreal.

So reagieren Menschen im Netz auf den Anschlag:
Der FC Barcelona zeigte bei Twitter seine Anteilnahme:
Torhüter Marc ter Stegen rief zum Zusammenhalt auf:
Nach der Schweigeminute in Barcelona rufen Menschen "Wir haben keine Angst":
Ein beliebter Hashtag heißt übersetzt: "Stopp den Hass!"
Deutschlands Regierungssprecher Steffen Seibert twitterte:
Und so zeigen Künstler auf Twitter ihre Trauer und Unterstützung:
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Marta Fernandez, 24, Mitarbeiterin in einem Restaurant
(Bild: Jordi Pizarro)

Ich habe gestern in einem Restaurant direkt an der Rambla gearbeitet. Plötzlich fingen die Leute an zu schreien, Dutzende sind in unser Restaurant geflüchtet, ich habe mich dann hinten mit ihnen versteckt. Viele Touristen haben geweint. 

Ich dachte, ich werde sterben. 

Stundenlang waren wir eingeschlossen. Zusammen mit einer Argentinierin, die ich nicht kannte, habe ich mich dann in der Nacht zu meiner Wohnung durchgeschlagen. Erst dort habe ich mich dann wieder sicher gefühlt.

Raquel Catalan, 23, studiert Jura und BWL
(Bild: Jordi Pizarro)

Gestern wollte ich meiner Freundin aus Madrid die Rambla zeigen. Vorher haben wir noch eine Siesta gemacht und ein bisschen verschlafen. Als wir aufwachten, hatten wir Dutzende verpasste Anrufe auf unserem Handy.  

Ich fühle mich komisch, sehr komisch und ein bisschen unsicher. 

Es war eine Frage der Zeit, dass so etwas passiert, ich habe oft darüber nachgedacht. Die ganze Zeit hatten wir hier schon Alarmstufe 4, bei Stufe 5 schicken sie schon die Soldaten auf die Straße. Jetzt, da es passiert ist, müssen wir zusammenstehen und den Terroristen zeigen, dass wir keine Angst haben. Ich mache weiter wie bisher.


Today

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