Bild: Getty Images / Christopher Furlong

Bei fünf Anschlägen am späten Freitagabend in Paris, zu denen sich der "Islamische Staat" bekannt hat, kamen 129 Menschen ums Leben. Mehr als 352 Menschen wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt.

Was sind die aktuellen Entwicklungen?
  • Die französische Polizei hat 23 Menschen festgenommen und 104 unter Hausarrest gestellt.
  • Frankreichs Präsident François Hollande will auf einer Sitzung des Uno-Sicherheitsrats für ein härteres Vorgehen gegen den "Islamischen Staat" werben. Frankreich ist eines von fünf ständigen Mitgliedern im Sicherheitsrat. (CNN)
  • Die Polizei sucht nach dem 27-jährigen Abdelhamid Abaaoud, der die Anschläge organisiert haben soll. Der Brüsseler Stadtteil Molenbeek ist im Visier der Ermittler, es gab dort Durchsuchungen. Abaaoud gilt als meistgesuchter Islamist Belgiens, er könnte sich in Syrien aufhalten. (SPIEGEL ONLINE)
  • Ebenfalls gesucht wird der 26-jährige Salah Abdeslam, er soll einer der Attentäter sein.
  • Die Web-Guerilla Anonymous will die #OpISIS verstärken und gegen Islamisten im Netz vorgehen. (bento)
  • Der türkische und der irakische Geheimdienst wollen Frankreich kurz vor den Anschlägen eindringlich gewarnt haben. (SPIEGEL ONLINE)
  • Bereits am Sonntag hatten französische Kampfjets als direkte Reaktion die syrische Stadt Raqqa bombardiert, eine Hochburg des "Islamischen Staates".
Was passiert in Frankreich?
  • In der Nacht von Sonntag auf Montag hat die Polizei 168 Hausdurchsuchungen durchgeführt und Angehörige der mutmaßlichen Täter festgenommen. (SPIEGEL ONLINE)
  • Der Ausnahmezustand, den Hollande verhängt hat, soll auf drei Monate verlängert werden. Das ermöglicht Ausgangssperren, Wohnungsdurchsuchungen ohne richterlichen Beschluss und Hausarrest für Menschen, deren Aktivität als "gefährlich für die Sicherheit und die öffentliche Ordnung" angesehen wird. Versammlungen, Konzerte und Veranstaltungen können abgesagt werden. (SPIEGEL ONLINE)
Was passiert in Deutschland?
  • Ein Kettenbrief auf WhatsApp und Facebook ruft Schüler zu einer Traueraktion am Dienstag auf – und zu Protest gegen die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel. (bento)
  • In Kommentaren ist von Krieg und sogar von Weltkrieg die Rede. Mehr dazu hier auf bento.
  • Einige konservative Politiker nutzen den Anschlag, um die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Merkel in Frage zu stellen. Sie fordern mindestens stärkere Grenzkontrollen. (SPIEGEL ONLINE)
  • Viele Politiker distanzieren sich von der Forderung – die Anschläge von Paris dürften nicht mit der Flüchtlingsdebatte in Verbindung gebracht werden. (Tagesspiegel)
Wie reagieren die USA?
  • Präsident Barack Obama will keine Bodentruppen im Kampf gegen den "Islamischen Staat" entsenden. Seit Monaten führen die USA eine Allianz gegen die Terroristen an und bekämpfen diese mit Luftangriffen, an denen sich auch Frankreich beteiligt. (SPIEGEL ONLINE)
  • Obama war einer der erste Staatschefs, der sich nach den Anschlägen beim französischen Präsident François Hollande meldete. Im Fernsehen sagte er: "Das ist eine Attacke auf die gesamte Menschlichkeit und die universellen Werte, die wir teilen." (bento)