Bild: Getty Images / Jeff J Mitchell
Es ist an der Zeit, auch Verantwortung dafür zu übernehmen.

Niemand konnte sich den Terror-Anschlägen in Paris entziehen. Ein wohl kalkulierter Plan ist aufgegangen: Die Welt hat live an den Angriffen auf unsere Freiheit teilgenommen.

Fernsehkameras haben den Sound der Explosionen vor dem Stadion live in alle Welt transportiert.
Die Livestreams via Periscope, etwa vom Bataclan, wurden so stark nachgefragt, dass die Server von Periscope abrauschten.
Es gab allein sieben Millionen Tweets zu den Hashtags #Paris und #ParisAttacks.

Warum wir lernen müssen, mit Social Media umzugehen

Es ist gut belegt, wie wichtig Social Media für die Strategie von Terroristen ist (SPIEGEL ONLINE, Fusion, Vocativ). Um so wichtiger ist es, dass wir als freiheitsliebende Bürger uns sehr genau überlegen, was wir teilen - und was nicht.

Dies ist nicht der Aufruf zu mehr Zensur - um Himmels Willen: Nein.

Dies ist aber sehr wohl der Wunsch, dass wir uns alle bewusst machen, welche Macht jedem einzelnen durch Social Media gegeben wird:

Die Verantwortung liegt eben nicht mehr nur bei den Journalisten. Sie liegt auch nicht bei den technischen Plattformen wie Facebook, Twitter und Instagram.

Nein, wir sind alle mitverantwortlich für die Bilder, die um die Welt gehen, die Gerüchte, die verbreitet werden, die Stimmungen, die den Boden für Hass, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit bereiten.

  • Wenn am Freitagabend parallel zu den Angriffen in Paris ein Flüchtlingslager in Calais brennt… (Buzzfeed)
  • Wenn ein Foto von einem Sikh herumgereicht wird, der als Teil der Terror-Gruppe ausgemacht worden sein soll… (Vice)
  • Wenn Aufnahmen die Runde machen, auf denen Deutsche mutmaßlich durch die Straßen marschieren… (Twitter)

...dann gilt es, kurz inne zu halten und nicht direkt auf Retweet oder Share zu drücken. Es sollte stets überlegt werden, ob es sich nicht vielleicht um einen Hoax oder eine Falschmeldung handeln könnte. Hinter jedem Bild, das auf Social Media geteilt wird, steckt ein Interesse.

Wir sind jetzt alle Teil eines großen Medien-Apparats. Wir haben alle Verantwortung. Lasst uns dieser Verantwortung gerecht werden.

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