Bild: dpa/Christian Charisius

Seit Februar 2018 war Annegret Kramp-Karrenbauer erst CDU-Generalsekretärin – nun ist sie die neue Vorsitzende der Partei. Im Dezember wurde Kramp-Karrenbauer auf einem Bundesparteitag als Nachfolgerin von Angela Merkel gewählt, ihre Konkurrenten Jens Spahn und Friedrich Merz unterlagen (bento).

Vorher war "AKK", wie sie oft genannt, Ministerpräsidentin im Saarland. Kramp-Karrenbauer gilt als Merkel-Vertraute, viele halten sie bereits für ihre Nachfolgerin. Erstmal kämpft sie aber mit Jens Spahn und Friedrich Merz um den Parteivorsitz.

Hier sind sechs Dinge, die du vielleicht noch nicht über die neue CDU-Generalsekretärin wusstest:

AKK ist Berufspolitikerin.

Kramp-Karrenbauer trat 1981 mit 19 Jahren in die CDU ein und engagierte sich zunächst bei der Jungen Union. 1985 übernahm sie den Vorsitz des CDU-Stadtverbandes Püttlingen und studierte nebenbei Politikwissenschaften. 

Nach dem Studium wurde sie Vollzeit-Politikerin – erst mit dem Landesvorsitz der Frauen-Union, dann als persönliche Referentin von Peter Müller, dem damaligen Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion und schließlich als Abgeordnete im saarländischen Landtag ab 1999. (Süddeutsche Zeitung)

Dort war AKK zuerst im Innenministerium, dann im Kultusministerium sowie im Arbeits- und Sozialministerium. 2011 wurde sie nach Peter Müller Landesvorsitzende der Saar-CDU, es folgte das Amt als Ministerpräsidentin.

Aber sie kann auch mal lustig.

Auch im Saarland ist Karneval so eine Sache – und die Ministerpräsidentin entsprechend immer auch im Kostüm präsent. Hier ist sie bei der Narrenschau in der Riegelsberghalle als Putzfrau Gretel zu sehen:

Gretel wischt die Flure im Landtag. Im breiten saarländischen Dialekt plauderte AKK so eine halbe Stunde lang aus dem politischen Nähkästchen:

AKK ist Familienmensch.

Seit ihrem 21. Lebensjahr ist sie mit Helmut Karrenbauer, einem Bergbauingenieur, liiert. Ein Jahr später heiratete das Paar – und AKK kam zu ihrem Doppelnamen. 

Beide haben drei gemeinsame Kinder: Tobias, Laurien und Julian. (kramp-karrenbauer.de/MDR)

Und ihr Mann schmeißt den Haushalt.

Helmut Karrenbauer hatte als Ingenieur im letzten Saar-Bergbau gearbeitet, mittlerweile kümmert er sich als Hausmann um die Familie. 

AKK will eine CDU für jeden.

Im ZDF-Interview sagte sie, sie wolle die CDU als Generalsekretärin zur Volkspartei für die "ganz breite Mitte" formen. Tatsächlich scheint sie das liberale Lager und das konservative Lager der Partei zu vereinen: Sie steht hinter Merkels Flüchtlingskurs, bleibt als Katholikin aber in vielen Fragen auch konservativ. 

In ihrer Kommunikation dürfte sie Merkel ähneln. AKK verspricht, politische Gegner anzugreifen. Allerdings sanft: 

„Attacke kann sich aber auch feiner darstellen, als immer nur mit dem Holzhammer draufzuschlagen.“

Aber nicht unbedingt für Homosexuelle.

Schwule und Lesben sollen ihrer Meinung nach nicht die gleichen Rechte haben. Als es vergangenen Sommer zur Entscheidung für die Ehe für alle kam, nannte Kramp-Karrenbauer das Modell gefährlich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland. (bento)

Auch früher hatte sie sich bereits negativ geäußert – und die Liebe unter Homosexuelle sogar mit Inzest verglichen. Wenn man die Ehe für alle erlaube, komme bald auch die "Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen". 

Dieser Beitrag ist zuerst im Februar 2018 erschienen. Wir haben ihn aktualisiert.


Gerechtigkeit

AKK ist die neue Merkel – Merz verliert Kampf um den CDU-Parteivorsitz
Beide mussten in eine Stichwahl – hier ist das Ergebnis.

Annegret Kramp-Karrenbauer ist die neue Merkel. Am Freitag wurde sie in Hamburg auf dem CDU-Parteitag in einer Stichwahl zur Parteivorsitzenden gewählt. Ihre Gegner Friedrich Merz und Jens Spahn konnten sich nicht durchsetzen.

Auf dem Parteitag waren 1001 Delegierte zusammengekommen, um eine Nachfolge für Angela Merkel zu bestimmen. Die Bundeskanzlerin hatte Ende Oktober bekannt gegeben, sich vom Amt der Parteivorsitzenden zurückzuziehen. Kurz darauf hatten Kramp-Karrenbauer, genannt AKK, Merz und Spahn einen Wahlkampf gestartet, um die CDU jeweils von sich zu überzeugen.

Das sind die Ergebnisse des 1. Wahldurchgangs:

Im ersten Durchgang hatten 999 Delegierte ihre Stimmen abgegeben, alle Stimmzettel waren gültig. Davon entfielen:

  • 450 Stimmen auf AKK,
  • 392 Stimmen auf Merz,
  • 157 Stimmen auf Spahn.

Niemand konnte die nötige absolute Mehrheit von 500 Stimmen auf sich vereinen – es kam zur Stichwahl zwischen AKK und Merz.