Bild: dpa/Twitter
Aus @_A_K_K_ wird @akk.

Nach der Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer zur neuen CDU-Parteivorsitzenden hatten zahlreiche Journalistinnen und Journalisten auf der Welt so ihre Mühe (bento). Der Grund: Der lange Name der Politikerin. 

Auch ihr Twittername sorgte für Verzweiflung.

@_A_K_K_. Vier Unterstriche, drei Buchstaben. Ein Strich weniger und man landet auf dem Profil einer Nutzerin aus Asien. Oder auf dem Profil eines Nutzers, der seit zwei Jahren das gleiche Video postet. Ein Twittername wie eine Wundertüte und ein großes Problem für all diejenigen, die der AKK einen digitalen Besuch abstatten wollten.

Als alter Medienprofi wusste AKK natürlich sofort, was zu tun war. Ein neuer Twittername musste her. Sie entschied sich für die einfache Variante

Kleine Buchstaben, keine Unterstriche oder sonstige Zeichen, ein Klassiker. Schnell und unkompliziert landet man auf ihrem Profil. Die Follower werden es ihr danken. 

An eine auf Twitter gängige Kleinigkeit hat AKK aber nicht gedacht.

Viele Nutzerinnnen und Nutzer, die in der Öffentlichkeit stehen, sichern ihren alten Twitternamen, um Missbrauch zu verhindern – das haben Annegret Kramp-Karrenbauer und ihr Team aber nicht getan. Deshalb schnappte sich Journalist Tibor Martini kurzerhand den Namen und fing an, als "Nicht Annegret" zu twittern:

Ist das mit der Medien(in)kompetenz etwa ein parteiinternes Ding? Schließlich hat auch Parteikollege und Sachsens Ministerpräsident, Michael Kretschmer, den gleichen Fehler gemacht.

Obwohl Horst Seehofer schon seit den Achtzigerjahren im Internet unterwegs ist (SWR), scheint es innerhalb der Union große Probleme mit der Internetnutzung und sozialen Netzwerken zu geben.

Politik und soziale Medien, geht das noch zusammen?

Robert Habeck ist zwar kein Unionspolitiker, verabschiedete sich Anfang der Woche trotzdem von Twitter und Facebook (bento). Die Begründung:

"Offenbar triggert Twitter in mir etwas an: aggressiver, lauter, polemischer und zugespitzter zu sein – und das alles in einer Schnelligkeit, die es schwer macht, dem Nachdenken Raum zu lassen."

Eigentlich hat es Bundeskanzlerin Angela Merkel vor einigen Jahren schon auf den Punkt gebracht:




Today

Die Welle 2.0: Brandenburger Lehrerin spielt "Black Mirror" im Unterricht nach – mit überraschendem Ergebnis

Der Roman und der darauf basierende Film "Die Welle" sorgen seit den Achtzigern immer wieder für Aha-Erlebnisse in Klassenräumen. Die Geschichte des Lehrers, der seiner Schulklasse mit einem Experiment die Überzeugungskraft des totalitären Nazi-Regimes erklären will und dann die Kontrolle verliert, rüttelt auf. 

Aber: "Die Welle" schaut zurück, während heute überall auf der Welt neue autoritäre Systeme entstehen, mit neuen Überwachungs- und Lenkungsmöglichkeiten. Zum Beispiel in China, dem Land, das gerade dabei ist, ein Scoring-System einzuführen. Bürgerinnen und Bürger sollen mit Punkten bewertet werden: Wer sich kritisch äußert oder nur bei rot über die Straße geht, wird abgewertet. Mit teils drastischen Folgen: etwa Reiseverbote oder Sperren für Beförderungen im Job. (bento)

Die Frage, die sich viele beim Lesen solcher Nachrichten stellen, ist: Warum lassen Menschen das mit sich machen?

Die Antwort darauf suchte auch die 30-jährige Deutschlehrerin "Frau Schiller"*, die auf Twitter von einem Experiment berichtet. In ihrem Leistungskurs der 11. Klasse an einer Brandenburger Schule führte sie ein solches Punktesystem ein und zeigte den Schülerinnen und Schülern parallel dazu eine Folge der britischen Sci-Fi-Serie "Black Mirror". In der Episode "Abgestürzt" wird diese Idee des sozialen Punktesystems nämlich komplett durchgespielt.