Der Wahlslogan der CDU zur Bundestagswahl lautet: "In einem Land, in dem wir gut und gerne leben."

Viele halten diesen Spruch für ziemlich abgedroschen. Oder zumindest wenig originell. Andere halten ihn für geklaut – ausgerechnet von der ehemaligen SED-Diktatur der DDR.

Im Netz teilt sich seit einigen Tagen ein Doppelbild, das belegen soll, wie die CDU den Slogan von einem sozialistischen Regime geklaut hat – doch es ist ein Fake.

Die SED war die Einheitspartei in der ehemaligen DDR. Sie hat das Land regiert und festgelegt, was jeder Bürger darf. Eine Mauer hat Menschen eingesperrt, Soldaten durften auf DDR-Bürger schießen, die fliehen wollten.

Die CDU-Politikerin und Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde zwar in Hamburg geboren, wuchs aber in der DDR auf. 

Rechte Demonstranten vergleichen ihre Politik daher mit den Methoden der SED. Sie reden von einer "Merkel-Diktatur". Und so ein Vergleich zwischen SED und CDU kommt ihnen daher gerade recht:

(Bild: Screenshot: Facebook)

Das untere Bild zeigt ein Plakat der SED. Darauf steht ein Spruch, der dem CDU-Slogan ähnelt: "Für ein Land, in dem wir gut und gerne leben."

Das ist allerdings eine Photoshop-Montage. Jemand hat das SED-Plakat gefälscht.

Das Originalfoto kannst du hier auf Flickr finden. 

  • Es wurde im Jahr 1981 aufgenommen, der in der Fälschung erwähnte 11. Parteitag fand jedoch erst 1986 statt. 
  • Außerdem ist das Originalbild in Farbe.
  • Der echte Spruch des Plakats: "Alle Kraft zur Stärkung unseres sozialistischen Vaterlandes der Deutschen Demokratischen Republik".

Viele, die das Fake-Bild geteilt haben, haben es mittlerweile wieder gelöscht. Oder sich entschuldigt:


Gerechtigkeit

Hier kannst du rausfinden, wen du wählen sollst

Am 24. September ist Bundestagswahl. Dann kannst du entscheiden, welche Partei ins Parlament einziehen soll. Die Partei mit den meisten Stimmen bekommt den Auftrag, eine Regierung zu bilden – dafür braucht sie in der Regel eine kleinere Partei als Partner. Zusammen bilden sie eine Koalition – in den vergangenen vier Jahren war das ein Gespann aus CDU, CSU und SPD.

Im Wahlkampf werben alle Parteien um Stimmen. Es gibt Wahlprogramme, Flyer, Veranstaltungen und Interviews, in denen sich Politiker präsentieren. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich zum Beispiel von YouTubern befragen lassen (wie das lief, liest du hier).