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Glaube, Smiley, Hoffnung

Bei Interviews mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel kann man einschlafen. Ihre Antworten sind immer diplomatisch, häufig unkonkret, oft erwartbar. Am Mittwoch hatte sie die Chance, einmal alles anders zu machen: Sie war zum Interview bei vier YouTubern.

Aber nur bei einer Frage wurde Merkel konkret: Es ging um Emojis.
Das sind die vier YouTuber, die Merkel interviewt haben: 

Den Livestream verfolgten rund 55.000 Zuschauer. Hier kannst du ihn dir nachträglich ansehen.

Bei diesen Fragen hatte Merkel keine Antwort:
Weiße Anführungszeichen
Politikverdrossenheit
  • Wie will sie junge Menschen erreichen? Merkel verwies auf ihren Podcast und ihre Facebook-Seite. Außerdem sei sie "bei Instagram zu erreichen". Was die Kanäle attraktiv macht, ob sie dort mit Wählern in Kontakt steht? Fehlanzeige.
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Weiße Anführungszeichen
Ausbildung & Schule
  • Warum sollen junge Menschen in der Pflege arbeiten, wenn Anerkennung fehlt und Bezahlung schlecht ist? "Wer gerne mit Menschen arbeitet, wer gerne Menschen hilft, den würde ich trotzdem ermuntern, im Pflegebereich tätig zu werden." Davon kann niemand seine Miete zahlen.
  • Was tut die Politik für ein vergleichbares Abitur in allen Bundesländern? Merkel will, dass das Abi "noch vereinheitlichter" werde. Aber auch hier fehlten konkrete Ideen. Stattdessen gab Merkel Tipps, wie eine gute Schulbildung aussehen kann:
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Weiße Anführungszeichen
Frauenrechte
  • Was ist mit mehr Gleichberechtigung? Merkel sagte: "Wir haben in Aufsichtsräten Einiges erreicht." Aber natürlich reiche das nicht aus. Dabei blieb es dann leider.
  • Wie umgehen mit Sexismus? Merkel über sich und die CDU: "Ich setze mich dafür ein, dass keine anzüglichen Bemerkungen gemacht werden." Aber wie? Und ob das reicht? Tja.
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Weiße Anführungszeichen
Donald Trump
  • Was hält sie von Donald Trump und von seinen Tweets? Ihre Antwort: Man müsse mit Sprache vorsichtig sein. Auf Nachfrage hin dann immerhin noch: Es gebe Meinungsverschiedenheiten und Gemeinsamkeiten. Sorry, kann uns kurz jemand aufwecken?
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Weiße Anführungszeichen
Flüchtlinge
  • Wie gehen wir künftig mit Flüchtlingen um? Merkel will, dass sich das Jahr 2015 nicht wiederholt. Was sie dazu unternimmt, führte sie nicht aus. Aber es gibt eine Idee: "Wir können nur gut und sicher leben, wenn wir uns nicht nur auf uns selbst konzentrieren." Soll bedeuten: Mehr Entwicklungshilfe.
  • Wie viele Flüchtlinge kann Deutschland aufnehmen? Merkel sagte:
Da werden sie von mir keine Zahl hören.
Es gab noch mehr Themen, über die gesprochen wurde. Und bei denen Merkel eine klare Haltung hatte. Diese hier:
Dass Merkel gegen die Ehe für alle stimmte, wissen wir. So bekräftigte sie ihre Meinung noch einmal:
"Für mich ist die Ehe nach dem Grundgesetz eine Verbindung von Mann und Frau." Aber die Ehe für alle sorge nun für eine "Befriedung in der Gesellschaft".
Wie setzt sich Merkel für mehr Gleichberechtigung ein? Zum Beispiel in ihrer eigenen Partei, der CDU?
"Ich setze mich dafür ein, dass keine anzüglichen Bemerkungen gemacht werden", sagte sie. Und sprach auch körperliche Unterschiede zwischen Mann und Frau an – das klang etwas schräg:
"Wir sind von der Länge des Körpers nicht so dominant", sagte Merkel über den Körper von Frauen. "Ich habe mich immer dafür eingesetzt, dass körperliche Merkmale keine Rolle spielen können in der Auseinandersetzung über ein Thema."
Eine Frage: Ist ein Frauenanteil von 50 Prozent in der CDU möglich? "Ich würde schon darauf achten, dass wir – fast jedenfalls – die 50 Prozent erreichen. Aber für mich natürlich absolut erstrebenswert."
Weiteres Thema: Die Elektromobilität. Eine Quote für den Bau von Elektroautos will Merkel nicht.
Dafür will sie aber den Ausbau der Infrastruktur für Ladestationen vorantreiben. "Viele Menschen haben Angst, zwar von zuhause wegzukommen, aber nicht mehr zurück."
Außerdem gestand Merkel, dass sie mit ihrem gepanzerten Fahrzeug ein schlechtes Vorbild für umweltbewusste Mobilität sei.
Wie geht man mit dem Konflikt zwischen den USA und Nordkorea um? Für Merkel ist eines sicher: Eine militärische Auseinandersetzung sei keine Lösung.
Einen dritten Weltkrieg, vor dem sich laut einer zitierten Umfrage viele fürchten, hält Merkel für ausgeschlossen.
"Wir können solche Katastrophen abwenden", sagte sie. Dafür müsse man alles tun, sie werde alles dagegen tun.
1/12
Und es gab diese eine Frage, auf die Merkel sofort eine Antwort hatte. Es ging um ihr Lieblingsemoji:
Smiley. Wenn's gut kommt, noch ein kleines Herzchen dran. Und wenn mal nicht sowas Gutes war, dann kann man auch die Schnute nehmen.


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