Bild: dpa/Boris Roessler

In Deutschland stehen aktuell 720 Personen unter besonderer Beobachtung. Denn ihnen trauen die Sicherheitsbehörden einen Terroranschlag zu. Doch womöglich ist diese Zahl viel zu hoch. Das zeigt ein Analyse-System, das das Bundeskriminalamt (BKA) seit Kurzem einsetzt. 

Demnach soll rund die Hälfte der islamistischen Gefährder doch nicht so gefährlich sein, wie zunächst angenommen. Die andere Hälfte gelte jedoch als hochgefährlich, berichtet der Rechercheverbund aus Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR.

Das System heißt Radar-ITE und wurde vom BKA sowie Schweizer Wissenschaftlern entwickelt. Die Abkürzung ITE steht für "Islamistischen Extremismus". (bento)

(Bild: BKA)

Um Gefährder zu überprüfen und einzustufen müssen 73 Fragen bzw. Merkmale beantwortet werden. Etwa zur Sozialisation oder zur Einstellung zur Gewalt. Auch nach "Schutzfaktoren" wie familiäre Bindungen, gute Integration oder sicherer Arbeitsplatz wird gefragt. Die Gesinnung oder Religiosität einer Person spielt dagegen keine Rolle. (BKA)

205 Bewertungen wurden in jüngster Zeit vorgenommen. 96 Islamisten wurden als "moderates Risiko" eingestuft, 27 als "auffälliges Risiko". 82 Personen gelten als "hohes Risiko".  

Wie gut Radar-ITE funktionieren soll, zeigt nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR das Beispiel von Anis Amri. Amri verübte vergangenes Jahr kurz vor Weihnachten einen Anschlag am Breitscheidplatz, bei dem elf Menschen getötet und 55 weitere verletzt wurden. Die Berliner Polizei stufte ihn zuvor als nicht besonders gefährlich ein. Das neue Analyse-System kommt da zu einem anderen Schluss: Mit den Daten Amris vor dem Anschlag meldete das System die höchste Risikostufe. (Tagesschau)

Die aktuelle Untersuchung basiert auf Gefährdern, die sich auf freiem Fuß in Deutschland befinden oder bald aus der Haft entlassen werden. Die anderen befinden sich entweder im Gefängnis – mit langen Haftstrafen – oder sind im Ausland abgetaucht.


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Fahren in Sachsen jetzt Panzer mit rechter Symbolik?
Was ist passiert?

Loorbeerkranz? Altdeutsche Schrift? Wer sich die Stickereien auf den Sitzen in Sachsens neuem Polizeipanzer "Survivor R" anguckt, könnte denken, das Logo stammt aus nationalsozialistischen Zeiten und bestimmt nicht von heute. 

Einigen Twitter-Nutzern fiel das Foto von der Innenausstattung am Sonntag auf, sie teilten es und fragten sich: "...wer sich sowas ausdenkt heutzutage im Freistaat ?"

So sieht die Stickerei vom Spezialeinsatz Sachsen aus: