Was ist passiert?

Syriens Regierung soll bei Massenhinrichtungen rund 13.000 Gefangene getötet haben – innerhalb von fünf Jahren, zwischen 2011 und 2015. Das berichtet die Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Die Henker sollen demnach jede Woche gekommen sein. Sie nahmen jedes Mal bis zu 50 Menschen mit und hängten sie auf – völlig unbemerkt von der Öffentlichkeit. (SPIEGEL ONLINE)

Wer sind die Opfer?

Bei den Meisten soll es sich um Zivilisten handeln. Sie waren im Militärgefängnis Saidnaja bei Damaskus inhaftiert. Die Hinrichtungen erfolgten ohne ein rechtsstaatliches Verfahren. Ein Militärgericht soll sie auf Basis falscher Geständnisse, die unter Folter gemacht wurden, zum Tode verurteilt haben.

Der syrische Bürgerkrieg

Der Bürgerkrieg in Syrien begann im März 2011 mit friedlichen Protesten gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad. Dieser schlug die Aufstände brutal nieder, Tausende wurden in Foltergefängnisse gesperrt. 

Die "Freie Syrische Armee" (FSA) rief zum bewaffneten Kampf gegen Assad auf. Im Chaos etablierten sich bald islamistische Milizen, darunter der "Islamische Staat" (IS), der große Teile Syriens eroberte. Von der FSA blieb fast nichts übrig.

Daraufhin flog ein internationales Bündnis der USA Luftschläge gegen den IS; Russland, der Iran und die libanesische Hisbollah-Miliz unterstützen Assads Armee. Menschenrechtler schätzen, dass bislang Hunderttausende Menschen ums Leben kamen. Knapp die Hälfte der Bevölkerung ist auf der Flucht. Mehr zu Syrien auf bento.

Wie sind die Zustände in dem Gefängnis?

Die Haftbedingungen klingen im Amnesty-Bericht einfach nur unmenschlich. Die Gefangenen werden dort gefoltert, vergewaltigt oder ihnen werden Nahrung, Wasser und medizinische Behandlungen verweigert. Amnesty spricht von "Vernichtungspolitik" und "Verbrechen gegen die Menschlichkeit".

Sind die Zustände bis heute so?

Ja, glaubt Amnesty. Ziel sei es, jede abweichende Meinung in der syrischen Bevölkerung zu vernichten.

Wie belegt Amnesty seine Erkenntnisse?

Amnesty hat Interviews mit 84 Zeugen geführt – darunter frühere Wächter und Mitarbeiter, Insassen, Richter und Anwälte.

Was passiert nun?

Die Menschenrechtsorganisation forderte die Vereinten Nationen auf, sofort einzugreifen.

Mehr Infos zum Syrienkrieg:
Der Syrienkrieg begann im März 2011 – nach wenigen Wochen friedlichen Protests.
Knapp eine halbe Millionen Menschen sind ums Leben gekommen – jeder zehnte Syrer.
Nachweislich wurden Giftgas und geächtete Splitterbomben eingesetzt.
Die durchschnittliche Lebenserwartung ist von 70,5 Jahre auf 55,4 Jahre gesunken.
Die Hälfte der Bevölkerung ist auf der Flucht. Mehr als sechs Millionen davon im eigenen Land.
Drei Millionen Menschen haben Syrien verlassen, die meisten leben in Flüchtlingslagern in den Nachbarländern.
85 Prozent der Menschen in Syrien lebten 2015 in Armut. Zwei Drittel aller Syrer haben ihre Jobs verloren.
Jeder Fünfte verdient sein Geld nun mit dem Krieg: als Kämpfer, Kidnapper, Plünderer oder Schleuser.
Die Hälfte der Kinder im schulpflichtigen Alter geht nicht mehr zur Schule.
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Grün

Wie Hannah es schafft, keinen Müll zu produzieren

Was wäre wenn? Hannah Sartin wollte sich diese Frage nicht mehr theoretisch stellen, sondern sich ganz praktisch mit ihr auseinanderzusetzen: Sie entschloss sich, gar keinen Müll mehr zu produzieren. Zero Waste. Anlass war die Geburt ihres Kindes.

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