Bild: dpa /Oliver Berg

Der Bürgermeister von Altena in Nordrhein-Westfalen, Andreas Hollstein (54), ist am Montagabend attackiert worden. Ein 56-Jähriger griff den CDU-Politiker in einem Imbiss mit einem 34 Zentimeter langen Messer an und verletzte ihn am Hals. 

Bei einer Pressekonferenz schilderte Hollstein nun, wie er den Vorfall erlebte:

Demnach habe er, gebürtiger Sauerländer und Vater von vier Kindern, gegen 20 Uhr in dem Dönerladen für seine kranke Frau etwas zu essen kaufen wollen. Sein Angreifer habe im Imbiss gestanden und sei dann auf ihn losgegangen. 

Der ihm Unbekannte habe sich abfällig über seine liberale Flüchtlingspolitik geäußert. "Sie lassen mich verdursten und holen 200 Flüchtlinge nach Altena", soll er dem Bürgermeister zufolge gesagt haben. Dass der Mann alkoholisiert war, konnte Hollstein nicht bestätigen, der Angreifer habe einen "steuerungsfähigen" Eindruck auf ihn gemacht.

Der Imbiss in Altena(Bild: dpa/Markus Klümper)

Bei dem Angriff erlitt Hollstein eine leichte Schnitt-Verletzung, wie der CDU-Politiker nun erklärte. Er sei im Krankenhaus behandelt worden, habe aber bereits am Montagabend wieder nach Hause gehen können. Dennoch werde er zur Bewältigung der Attacke Hilfe suchen.

Er habe um sein Leben gefürchtet, sagte Hollstein. "Und ich bin ziemlich sicher, dass ich das heute nicht mehr hätte, wenn ich nicht Hilfe bekommen hätte." Die beiden Imbissbesitzer seien ihm zu Hilfe geeilt, es sei zu einer "Kampfsituation" gekommen. Einer der beiden wurde ebenfalls verletzt. 

Die Polizei konnte den Angreifer festnehmen, die Staatsanwaltschaft Hagen ermittelt wegen versuchten Mordes

Wie der Imbiss-Besitzer und sein Sohn die Attacke erlebt haben, schildern sie einem RTL-Reporter:

Hollstein ist für seine liberale Flüchtlingspolitik bekannt und nahm mehr Geflüchtete auf, als Altena laut Verteilungsplan der Regierung hätte aufnehmen müssen. Bundeskanzlerin Angela Merkel verlieh Altena deshalb im Frühjahr 2017 den Nationalen Integrationspreis. Hollstein sagte damals: "Ich glaube, wir kriegen Deutschland in eine gute Zukunft geführt – und die ist bunt."

Derzeit lebten etwa 450 Geflüchtete in Altena. Er würde das Zusammenleben als "absolut unproblematisch beschreiben", sagte Hollstein nun. In der Verantwortung für den immer "härteren und rücksichtslosen Streit" beim Thema Flüchtlinge sieht er auch die Rechtspopulisten der AfD.

Er selbst wolle vorerst in der Politik bleiben, auch wenn die Attacke nicht spurlos an ihm vorbeigehe:

Ich weiß, wofür ich's mache, und ich mach auch weiter. Ich werde mich weiterhin für Menschen einsetzen.​​

Armin Laschet, Ministerpräsident von NRW, zeigte sich bestürzt über die Attacke auf seinen Partei-Kollegen: 

"Diese Gewalt in unserem Land gegenüber ehrenamtlich Tätigen, gegen Bürgermeister, die sich um das Wohl ihrer Stadt kümmern, ist verabscheuungswürdig".

Die Attacke von Montagabend erinnert an den Messer-Angriff auf Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Während eines Wahlkampfauftritts im Oktober 2015 wurde ihr ein Jagdmesser in den Hals gerammt, vier weitere Menschen wurden verletzt. Nach dem Angriff schwebte sie in Lebensgefahr und lag mehrere Tage im künstlichen Koma. Inzwischen hat sich die Politikerin wieder vollkommen erholt.

Update: Zunächst hieß es, der Angreifer habe mit einer "etwa 30 Zentimeter langen Klinge" zugestochen. Die Polizei teilte später mit, die Klinge sei 22 Zentimeter, das Messer insgesamt 34 Zentimeter groß gewesen. Außerdem hat der Angreifer nicht zugestochen, sondern dem Bürgermeister das Messer an den Hals gehalten und ihn dabei verletzt. Wir haben die Angaben präzisiert.


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