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Abizeit, logisch.

In Algerien starten die zentralen Abi-Prüfungen – und deswegen ist das afrikanische Land nun komplett offline. 

Um zu verhindern, dass Schüler während der Tests spicken können, haben die großen Mobilfunkanbieter ihre Netze während der Prüfungen landesweit abgeschaltet. Die Anweisung kommt vom Bildungsministeriums. Und die Netzbetreiber halten sich dran. (El Djazair Online, Arabisch)

Unter anderem Algerie Telecom schickte seinen Kunden den Hinweis, dass das Internet abgeschaltet wird, "um den Anweisungen der Regierung nachzukommen, die sicherstellen sollen, dass die Schulprüfungen gut über die Bühne gehen".

Das Internet wird in Algerien aber nicht durchgehend mehrere Tage lang abgeschaltet – sondern immer während der Prüfungszeiten.

  • Am Mittwoch waren es drei Stunden, am Donnerstag zwei Stunden.
  • Samstag und Sonntag soll das Netz ebenfalls je zwei Stunden offline sein.
  • Der letzte Prüfungstag ist Montag, dann soll das Internet noch einmal abgeschaltet werden.

Mehr als 700.000 Schülerinnen und Schüler schreiben derzeit ihre Abi-Prüfungen an über 2000 Schulen. Vor den Schulen gibt es zusätzlich Metalldetektoren, die Smartphones und Tablets aufspüren sollen. 

Die Bildungsministerin Nouria Benghabrit sagte, dass Facebook sogar während der kompletten Zeit gesperrt werden soll. Man sei nicht glücklich über diese Maßnahme, "aber wir können bei möglichen Schummeleien nicht einfach passiv bleiben".

Algerien

Das Land wird seit 1999 vom alterskranken Autokraten Abd al-Aziz Bouteflika regiert. Über die Jahre hat er Algerien in einen strengen Polizeistaat verwandelt, viele Jugendliche sind ohne Perspektive. 

Nach einem blutigen Bürgerkrieg ist die Lage relativ stabil – doch Beobachter fürchten, dass das Land erneut abgleitet, wenn Bouteflika stirbt. Der Herrscher ist 80 Jahre alt.

Die harte Internet-Sperre ist eine Reaktion auf vergangenen Prüfungen. So soll es 2016 massive Verstöße gegeben haben: Schüler posteten Fragen und Lösungen auf ihren Social-Media-Profilen und halfen sich so gegenseitig beim landesweiten Abschreiben. (The Guardian)

Das Problem ist nur: Kaum war das Netz am Mittwoch wieder da, zeigten die ersten, wie man auch offline gut spicken kann.

Nämlich ganz klassisch mit Zetteln hier und da. "Generation Schummler" schreibt diese Twitter-Nutzerin zum Bild:


Future

"Ich bin kein Putzmann": Hier erzählen Reinigungskräfte, was in ihrem Job abgeht

Sie kriechen mit Lappen unter Schränke, putzen Toiletten, schrubben Fußböden: Reinigungskräfte machen einen harten Job, der meistens schlecht bezahlt wird. Und sie haben ein höheres Risiko, vorzeitig zu sterben, ergab eine Studie der Freien Universität Brüssel. Bei weiblichen Gebäudereinigern ist das Risiko um 16 Prozent erhöht, bei männlichen um etwa 45 Prozent.

Ob das an der Arbeit selbst liegt, an der in den Putzmitteln enthaltenden Chemie, an Staub oder Schimmel, das lässt sich anhand der Daten nicht sagen. Sicher ist aber: Auch, wenn sich einige vielleicht nicht vorstellen können, diesen Job zu machen – würde ihn keiner machen, wären öffentliche Einrichtungen, Büros oder Geschäfte wohl ziemlich versifft.