Bild: Twitter
Who run the World?

Sie ist mit 29 Jahren die jüngste Frau überhaupt im neuen US-Kongress und das Gesicht einer neuen Politikerinnengeneration. Am Donnerstag wurde Alexandria Ocasio-Cortez im Kongress vereidigt, als Abgeordnete aus New York gehört sie zu einer Gruppe von Demokratinnen, die die US-Politik weiblicher und vielfältiger gestalten wollen.

Kaum im Amt wollten Trolle Alexandria Ocasio-Cortez mit einem alten Tanzvideo schaden – doch das ging nach hinten los.

Ein Twitter-Account mit dem Namen "AnonymousQ" hatte ein 30 Sekunden langes Video ausgegraben, das Ocasio-Cortez beim Tanzen auf einem Häuserdach zeigt. Es stammt wohl noch aus ihrer Highschool-Zeit. 

Der Twitter-Nutzer oder die Twitter-Nutzerin hat das Profil mittlerweile gelöscht, Screenshots des Tweets zeigen aber, mit welcher Häme das Video verbreitet wurde. Zum Bild stand dort: "Hier zeigt sich Americas beliebteste Kommunisten-Besserwisserin als die ahnungslose Idiotin, die sie ist..." Dann war die kurze Tanzsequenz zu sehen.

Hier hat ein anderer Twitter-Nutzer die Szene geteilt:

Doch statt einem peinlichen Auftritt sieht man: Einfach eine junge Frau, die Freude am Tanzen hat. 

Der kurze Ausschnitt ist Teil eines größeren Videos. Ocasio-Cortez hat es mit Freunden auf dem Dach der Boston University aufgenommen – sie tanzen die Choreografie aus dem Film "Breakfast Club" zum Song "Lisztomania" von Phoenix. Die Idee dazu kam den Studierenden, nachdem eine andere junge Studentin mit einem ähnlichen Tanz im März 2009 viral ging. (Wired)

Nun wird Ocasio-Cortez für dieses "Fundstück" nicht kritisiert – sondern gefeiert. 

  • Der US-Komiker Patton Oswalt schreibt ironisch: "Sie wird sich nie erholen, wie die Welt sie ... [schaut Video] ...wunderschön Tanzen und beim Spaß mit High-School-Freunden sieht?"
  • Die US-Journalistin Karen Tumulty amüsiert sich, Ocasio-Cortez sei nach diesem liebenswerten Video "total erledigt":
  • Die Schriftstellerin Anna Fitzpatrick findet mit einem Augenzwinkern allein empörenswert, dass die junge Politikerin schon hübsch aussah, während sie noch versuchte, ihren Pony zu zähmen:
  • Und Schauspieler Zack Braff fragt sich, was für ein "riesiges Arschloch" man sein müsse, um in dem Video irgendwas Schlimmes zu erkennen:

Es ist nicht das erste Mal, dass Trolle versuchten, die junge Politikerin zu diskreditieren. 

Sie wurde für ihre Herkunft verurteilt (puerto-ricanischen Wurzeln) und für den Wohnort ihrer Kindheit (die Bronx in New York). Selbst über ihr Kleidung versuchten sich Kritiker lustig zu machen:

Ihrem Engagement hat das bislang nicht geschadet. Ocasio-Cortez gilt als eine "Anti-Trump", viele hoffen darauf, dass sie und andere Abgeordnete im US-Kongress dem Machogehabe des US-Präsidenten Paroli bieten.

Die Reaktionen auf das Tanzvideo zeigen, dass sie damit nicht allein ist. Am Ende teilten Hunderte Lob und Anerkennung für Alexandria Ocasio-Cortez – Tausende schickten das Tanzvideo als positives Beispiel für eine lebensfrohe und engagiere Politikerin weiter. 

Vom Hass blieb nichts übrig.


Today

Die Regierung möchte wissen, ob uns Zahnspangen wirklich etwas bringen
Waren die ganzen Qualen etwa umsonst?

Wer schon mal eine Zahnspange im Mund hatte, weiß sicher, dass es auf der Welt definitiv angenehmere Dinge gibt. Das ein oder andere Mal wird man sich sicherlich gefragt haben, was die Zahnspange bringen soll. Keine Sorge: Das weiß das Gesundheitsministerium bis heute auch nicht so genau.

Ist die Behandlung eigentlich medizinisch wichtig?

Das ist die Frage, die es zu beantworten gilt, wenn es nach Gesundheitsministerium und Gesundheitsminister Jens Spahn geht. Der medizinische Langzeitnutzen sei einem von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen Gutachten zufolge nicht ausreichend belegt. 

Das Berliner IGES-Institut habe verschiedene Studien ausgewertet und komme zu dem Schluss, diese ließen "keinen Rückschluss auf einen patientenrelevanten Nutzen" von kieferorthopädischen Behandlungen zu. Das Ministerium wolle mit Beteiligten nun über "den weiteren Forschungsbedarf und Handlungsempfehlungen" sprechen. 

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte am Donnerstag, dass das Ministerium aber nicht an der Notwendigkeit kieferorthopädischer Leistungen zweifle. Dass Zahnspangen Probleme wie Karies, Parodontitis oder Zahnverlust verringern, könne zwar nicht belegt werden, sei aber der Untersuchung zufolge auch nicht ausgeschlossen. "Prinzipiell bewertet den Nutzen einer Therapie nicht der Gesetzgeber", hieß es weiter. 

Sicher ist: Zahnspangen sind ziemlich teuer.

Kieferorthopädische Behandlungen kosteten die gesetzlichen Krankenkassen 2017 rund 1,115 Milliarden Euro. Laut Gutachten sollen die Kosten zuletzt von Jahr zu Jahr angestiegen sein, obwohl die wohl wichtigste Zielgruppe, also Kinder und Jugendliche von 10 bis 20 Jahren, kleiner geworden sein soll. 

Mit Material von dpa