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Der Kampf um die syrische Stadt Aleppo steht kurz vor dem Ende: Die Rebellen, die bis vor einigen Wochen noch den Osten der Stadt kontrollierten, haben fast all ihre Gebiete an die Truppen Assads verloren (SPIEGEL ONLINE I).

Die Situation für die Menschen in der Stadt ist lebensbedrohlich: Die medizinische Versorgungssituation in der Stadt sei katastrophal, es gebe kaum noch Medikamente, Nahrung und Wasser. Das berichtet das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) in Syrien (SPIEGEL ONLINE II).

Seit einem knappen Monat versucht das syrische Regime mithilfe der russichen Luftwaffe, Aleppo komplett einzunehmen.

Vor knapp zwei Wochen waren bereits mehr als die Hälfte der Rebellenviertel erobert:
Jetzt ist fast die komplette Stadt wieder unter Assad-Kontrolle:
Von einst zwei Millionen Einwohnern sind viele geflohen oder umgekommen.
Der Osten war hart umkämpft, dort verschanzten sich die Rebellen. Fast täglich bombardieren daher syrische und die russische Flieger die Viertel.
Es gibt islamistische Milizen in Aleppo – aber auch Rebellen und Zivilisten, die ebenfalls pauschal als Terroristen bezeichnet werden.
Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle kamen in knapp sechs Jahren fast 21.500 Zivilisten ums Leben.
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Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon ist "alarmiert über Berichte über Gräueltaten gegen Zivilisten". Die Vereinten Nationen könnten diese Berichte nicht unabhängig nachprüfen, überhaupt ist es derzeit schwer, Informationen zu verifizieren.

Laut der Assad-nahen syrischen Zeitung "Al-Watan" sind mehr als 100.000 Zivilisten aus Ost-Aleppo evakuiert worden. Viele würden jubeln und sich über die Befreiung freuen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die sich auf Aktivisten stürzt, berichtet hingegen von neuen Raketenbeschüssen und Bombardements (SOHR). Allein in der Nacht zum Dienstag seien Dutzende Zivilisten getötet worden.

Aktivisten und Journalisten senden Abschiedsnachrichten auf Twitter. "Es könnte meine letzte Nachricht sein", schreiben viele.

Im arabischen Raum trendet seit dieser Nacht #حلب_تباد (#Aleppo_ausgelöscht). Bislang trugen die Hashtags eher Formulierungen wie "Rettet Aleppo" oder "Aleppo brennt" – als Zeichen der Hoffnung oder des Widerstandes (bento).

Aleppo gilt als die am heftigsten umkämpfte Stadt im syrischen Bürgerkrieg. Seit 2012 waren die Viertel im Osten der Stadt unter der Kontrolle der Regimegegner. Das Regime kontrollierte den Westen der Stadt. Islamistische Milizen haben sich ebenfalls in dem Chaos eingerichtet.

Zwischen den Fronten waren Hunderttausende Zivilisten eingeschlossen. Sie leiden sowohl unter den Luftangriffen der syrischen Armee – wie unter Angriffen der Islamisten.


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