Bild: Mahmoud Faisal /Anadolu Agency/Getty Images

24 Stunden Frieden. Zum ersten Mal seit mehr als vier Jahren konnten die Menschen in Aleppo aufatmen. Seit Donnerstag habe es keine neuen Luftangriffe und keine Straßenkämpfe gegeben – zum ersten Mal seit Monaten sei in den vergangenen 24 Stunden kein Mensch getötet worden.

Das berichten übereinstimmend die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) und die syrische Nachrichtenagentur Sana. SOHR steht den Rebellen nahe, Sana gehört zur Regierung von Präsident Baschar al-Assad.

In den 24 Stunden konnten etwa 6000 Menschen aus Ost-Aleppo evakuiert werden (Al Jazeera).

Die Bilder zeigen die Stunden der Ruhe und der Angst vor einer ungewissen Zukunft.
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Der Friede währte nur kurz – am Freitag kam es zu neuen Explosionen

Über Jahre waren Hunderttausende Zivilisten im Osten der Stadt eingekesselt. Die Regierung hatte Rebellen und Islamisten bekämpft, die sich dort verschanzt hatten. Am Donnerstag hatten beide Seiten in eine Evakuierung Ost-Aleppos eingewilligt. Busse sollten die letzten etwa 70.000 Zivilisten in Sicherheit bringen.

Das berichten Menschen aus Ost- und West-Aleppo jetzt auf Twitter:
Assad-Anhänger sagen, die Evakuierung gehe voran:
Die Menschen in Ost-Aleppo berichteten hingegen, es gibt Probleme:
Viele sind verunsichert, was ihnen in den Händen der syrischen Regierung droht:
Das Rebellen nahe "Aleppo Media Center" zeigt Luftaufnahmen der Evakuierung:
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Am Freitagmittag wurde die Evakuierung jedoch plötzlich ausgesetzt. Die syrische Regierung gab an, Terroristen hätten die Stadt erneut mit Mörsergranaten beschossen (SPIEGEL ONLINE).

Das Schicksal der Stadt ist damit erneut ungewiss. Die 24 Stunden bleiben nur ein Tag des Friedens zwischen Monaten des Kampfes.


Fühlen

Warum wir Danke sagen sollten, auch wenn jemand "nur" seinen Job macht
Was heißt hier "nur"???

"Danke" sagt man andauernd. Man bedankt sich bei der Frau an der Käsetheke, beim Handwerker – in England ruft man beim Aussteigen auch dem Busfahrer ein "Cheers, mate" zu. Meistens geschieht das nur so nebenbei, der Form halber. Man meint es nicht wirklich ernst.

Aber manchmal möchte man sich ganz aufrichtig und gerne ein wenig ausführlicher bei einem Menschen bedanken.

Zum Beispiel, wenn die Dame vom Callcenter bei fünf verschiedenen Stellen in ihrer Firma anruft, um herauszufinden, warum du schon wieder kein Internet in der Wohnung hast. Oder wenn die Ärztin sich deine Sorgen in aller Ruhe anhört und dich dann beruhigt: "Nein, das ist kein Geschwür, das ist nur ein großer Pickel." Oder wenn du deinen Kaffee – Minuten vor einem wichtigen Kundentermin – über den Konferenztisch auskippst und der Hausmeister sofort mit Tüchern und Putzmittel bereitsteht.