Bild: Thomas Frey/dpa

Was ist passiert?

50 Euro. So viel zahlt die AfD Menschen als Zuschuss für ihre Teilnahme an der AfD-Demonstration "Zukunft Deutschland". Das geht aus einer E-Mail des Bundesvorstandes an die Mitglieder der AfD in Rheinland-Pfalz hervor. Das linke Recherche-Netzwerk "Exif-Recherche" hat die E-Mail am Dienstag veröffentlicht.

Die Demo soll am kommenden Sonntag in Berlin stattfinden. Die Rechtspopulisten haben 10.000 Teilnehmer angemeldet. Die AfD wollte laut E-Mail eigentlich Busse bereitstellen, das Vorhaben scheiterte aber an dem geringen Interesse. 

Mit den 50 Euro möchte der Vorstand nun "den Anreiz erhöhen (...) für die Zukunft Deutschlands zu demonstrieren." So steht es in der E-Mail. Die ersten 30 AfD-Mitglieder, die ihre Teilnahme an der Demo nachweise würden, würden das Geld bekommen.

Fabian Schütz, Sprecher der AfD-Fraktion in Rheinland-Pfalz, bestätigte dem Tagesspiegel die Echtheit der E-Mail. Der Transport mit Bussen sei aus "organisatorischen Gründen" nicht zustande gekommen, das Budget von 1500 Euro werde deshalb "umgelegt". Die 50 Euro seien aber kein "Demo-Geld", die AfD bezahle niemanden für die Teilnahme an Demos.

War das mit dem Bundesverband der AfD abgesprochen?

Nein. Auch hochrangige Mitglieder der AfD selbst sind von der Aktion offenbar nicht begeistert.

  • Bundesvorstandsmitglied Andreas Kalbitz nannte sie "unnötig, aber sicher gut gemeint".
  • Steffen Königer, Mitglied im Bundesvorstand und einer der Absender der Mail, hatte zunächst der "Berliner Morgenpost" gesagt, die E-Mail seien "absoluter Quatsch".
  • Später nahm er die Aussage zurück und sagte, die Aktion sei nicht abgesprochen gewesen.
  • Das erklärt auch der rheinland-pfälzische AfD-Chef Uwe Junge. "Wir sind autark", sagte er t-online.

Wie rechtfertigt die AfD die Bezahlung?

Der Pressesprecher der AfD in Rheinland-Pfalz, sagte t-online, ein Vergleich zwischen einer "subventionierten Anreise zu einer Parteiveranstaltung und bezahlten Demonstranten verbiete sich nach Ansicht der Partei. Es handele sich eher um einen Gag, sagte der rheinland-pfälzische AfD-Chef Uwe Junge.

Warum ist das wichtig?

In der Vergangenheit hatten AfDler wiederholt die nicht belegte Behauptung aufgestellt, die Antifa würde Menschen für die Teilnahme an Demos bezahlen. (t-online)

Stellt sich der AfD jemand entgegen?

Ja. Gegen die geplante AfD-Demo wollen viele Menschen demonstrieren, auch ohne Bezahlung. Unter anderem haben 70 Clubs zur Gegendemo aufgerufen. Das Motto: "AfD wegbassen". Der Plan: eine riesige Party in Berlin-Mitte schmeißen, in unmittelbarer Nähe zur AfD-Demo. Mehr als 6000 Menschen haben auf Facebook bereits angegeben, dass sie am Rave teilnehmen wollen. (bento)

Im Aufruf der Clubs heißt es:

Berlins Clubkultur ist alles, was die Nazis nicht sind und was sie hassen: Wir sind progressiv, queer, feministisch, antirassistisch, inklusiv, bunt und haben Einhörner.

Queer

Queere Rollen und Hollywood – das passt noch immer nicht richtig zusammen
Zeigt eine neue Untersuchung.

Ja, es gibt Menschen, die nicht heterosexuell sind. Das, so könnte man meinen, ist längst auch in Hollywood angekommen, entsprechend sind auch die Charaktere in den beliebtesten Filmen manchmal lesbisch, schwul oder trans.

Doch eine neue Studie zeigt, dass genau das immer noch relativ selten passiert. Dem Studio Responsibility Index zufolge gibt es nur in 12,8 Prozent der Mainstream-Filme queere Rollen. Im vergangenen Jahr lag der Anteil demnach noch bei 18, 4 Prozent.