Bild: dpa/Twitter; Montage: bento

Auch wenn noch keine neue Regierung steht – die neu gewählten Bundestagsabgeordneten kommen trotzdem schon für erste Sitzungen im Bundestag zusammen. Am Dienstag debattierten die Abgeordneten über die Verlängerung der Auslandseinsätze der Bundeswehr. 

Nicht alle Parlamentarier waren anwesend, im Bundestag blieben Stühle leer.

Ein AfD-Abgeordneter nahm das zum Anlass, auf die angebliche Faulheit der anderen Parteien hinzuweisen – doch sein "Beweisfoto" vermittelt einen falschen Eindruck.

Der AfD-Abgeordnete Jürgen Pohl twitterte ein Foto, dass angeblich volle Reihen bei der AfD zeigt – und, so scheint es, viel Leere bei den anderen Parteien. Dazu schrieb Pohl: “Unsere Soldaten sind Thema im Bundestag. Den Altparteien ist es egal. Die Ränge sind leer. Die AfD-Fraktion zeigt die gerechtfertigte Präsenz.”

Stimmt Pohls Vorwurf?

Nein. Das Foto zeigt nur einen kleinen Ausschnitt und eine verschobene Perspektive. Auch der Zeitpunkt der Aufnahme ist wichtig.

  • Dieses Bild fotografierte die Nachrichtenagentur dpa gestern zur Sitzung:
(Bild: dpa/Michael Kappeler)
  • Und hier ist ein Screenshot des Parlamentsfernsehens, das die Debatten im Bundestag überträgt:
(Bild: Deutscher Bundestag)

Die Bilder zeigen, dass die Reihen tatsächlich voller sind, als es das AfD-Bild suggeriert. Ganz links sitzen Abgeordnete der Linken und der SPD, dann folgen Grüne und die Unionspolitiker in der Mitte. Die FDP hat ihren Platz halbrechts neben der AfD.

So ist die Sitzverteilung im Bundestag:
(Bild: dpa/Michael Kappeler; Montage: bento)

Das Foto von Pohl wurde 14:15 Uhr gepostet. Zu der Zeit war gerade der Auslandseinsatz im Südsudan Thema. 

  • Hier ist noch ein Screenshot des Parlamentsfernsehens, der die Szene einige Minuten vorher zeigt, um 14:07 Uhr:
(Bild: Deutscher Bundestag)

Auf dem Bild ist plötzlich zu sehen, dass gerade die Reihen der AfD ziemlich licht sind. 

Das heißt nicht, dass AfD-Abgeordnete tatsächlich gefehlt haben – sondern einfach nur, dass eine Sitzung im Bundestag ständig in Bewegung ist.

Nicht jeder Abgeordnete ist immer anwesend, manche tagen in Ausschüssen, haben Termine oder arbeiten in ihren Büros. Wichtig ist, dass sie bei Beschlüssen und Abstimmungen da sind. Mit einer Momentaufnahme kann man auf jeden Fall nichts beweisen.


Gerechtigkeit

Aktivisten stellen Björn Höcke ein eigenes Holocaust-Mahnmal vor die Tür

Von Björn Höcke hat man in letzter Zeit weniger gehört, seitdem es in den Talkshows vor allem um Jamaika geht. Doch der Spitzenmann des rechten AfD-Flügels ist immer noch da. Und in Thüringen wird bereits darüber spekuliert, ob Höcke bei möglichen Neuwahlen nicht doch noch für den Bundestag kandidieren könnte (Thüringer Allgemeine). Ist die "Dresdner Rede" Höckes bereits wieder vergessen?

Die Aktivisten des "Zentrums für politische Schönheit" tun alles, dass es nicht soweit kommt. Seit Monaten beobachten sie nach eigenen Angaben Björn Höcke als "zivilgesellschaftlicher Verfassungsschutz". Mit einem Ableger des Berliner Holocaust-Mahnmals wollen sie außerdem dafür sorgen, dass er der "dämlichen Erinnerungskultur" auch zu Hause nicht mehr entkommt: