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Der Thüringer AfD-Politiker Björn Höcke ist nach seiner viel kritisierten Rede in Dresden von einer Gedenkveranstaltung im ehemaligen KZ-Buchenwald ausgeladen worden. Während die AfD bis heute keine Konsequenzen gezogen hat (bento), setzt die Thüringer Gedenkstätte ein klares Zeichen. Am 27. Januar, dem Tag der Befreiung von Auschwitz, sollen die Opfer der Nazizeit nicht auf den radikal-rechten Politiker treffen müssen.

"Nach seiner Rede in Dresden ist eine Teilnahme von Herrn Höcke an der Kranzniederlegung im ehemaligen KZ Buchenwald nicht akzeptabel", sagte der stellvertretende Direktor, Rikola-Gunnar Lüttgenau. (MDR)

Die Absage erhielt Höcke per Brief, ein Foto davon kursierte am Donnerstag auch auf Twitter. Hunderte Nutzer begrüßten die Ausladung und teilten den Brief.

Das sagen die Überlebenden

Die Rede, in der Höcke unter anderem eine "180 Grad-Wende" in der deutschen Gedenkpolitik gefordert hatte, sorgte auch bei Holocaust-Überlebenden für Entsetzen. Nur noch wenige der Opfer leben heute noch. Viele von ihnen haben sich ihr Leben lang gegen ein Vergessen der Nazizeit engagiert. Bertrand Herz, der Ehrenpräsident des Komitees der Überlebenden von Buchenwald, sagte zum Beispiel:

"Wir wehren uns gegen das Erscheinen von Verharmlosern beim Gedenken an der Stätte unseres Martyriums."
Bertrand Herz, Vertreter der Buchenwald-Überlebenden

Das KZ Buchenwald

Das Konzentrationslager Buchenwald war eines der größten im Deutschen Reich. Zwischen 1937 und 1945 waren dort rund 250.000 Menschen aus ganz Europa inhaftiert. Etwa 56.000 Häftlinge sollen gestorben sein. (Deutschlandfunk)

Warum Höcke an anderen Tagen dennoch kommen darf

Die Ausladung soll den AfD-Politiker allerdings nicht davon abhalten, seine Parolen zu überdenken, im Gegenteil: Die Gedenkstätte betonte, dass Höcke die Gedenkstätte gerne als Privatperson an einem anderen Tag besuchen könne, um sich über "die verheerenden Folgen nationalistischer und völkischer Gesellschaftspolitik zu informieren".

Höcke selbst will die Ausladung nicht akzeptieren.

Als Antwort schrieb er der Stiftung, "es steht Ihnen schlicht nicht zu, zu entscheiden, wer für ein Verfassungsorgan an dieser offiziellen Gedenkveranstaltung teilnimmt und wer nicht"Er wolle daher auf jeden Fall kommen – und seiner Trauer "um die Ermordung der deutschen und europäischen Juden Ausdruck verleihen". (MDR)

Darum ging es übrigens in der Rede:


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