Bild: dpa/Daniel Maurer

In Stuttgart hat am Samstag der Parteitag der AfD begonnen – allerdings nicht ohne massive Gegenwehr. Drumherum haben tausende Menschen gegen die Partei demonstriert.

Der Tag hatte in Stuttgart mit Blockaden, kleineren Ausschreitungen und hunderten Festnahmen begonnen. Schon ab sieben Uhr morgens wollten die Gegendemonstranten die Messehalle am Stuttgarter Flughafen blockieren – dort tagt die AfD an diesem Wochenende.

Ein Teil der Demonstranten reiste aus dem Stuttgarter Zentrum mit der S-Bahn zum Messegelände, hunderte AfD-Gegner aus ganz Deutschland kamen dort mit Bussen an. Ihr Protest war aber schnell vorbei. Schon kurz nachdem sie aus den Bussen stiegen, wurden rund 400 Demonstranten von der Polizei festgesetzt. Zuvor waren “Bengalos” gezündet und laut Polizeiangaben auch auf Beamte geworfen worden. Laut Polizei sollen die Gegendemonstranten auch Holzlatten und Eisenstangen dabei gehabt haben. ("Der Tagesspiegel")

Florian Sommer vom Protestbündnis "Nationalismus ist keine Alternative" hält das jedoch für Quatsch. "Die Busse kamen hier heute Morgen an einem Kreisverkehr am Messegelände an", erzählt er. "Die Leute sind ausgestiegen, wurden von der Polizei vor sich hergetrieben und dann an der nächsten Kreuzung festgesetzt. Dabei wurde massiv Pfefferspray eingesetzt."

Dass viele der festgesetzten Demonstranten zur angemeldeten Protestkundgebung wollten, hätten Polizisten mit den Worten "interessiert uns nicht" quittiert. Eisenstangen, sagt er, hätte es dort definitiv nicht gegeben. Fest steht aber, dass es rund um das Messegelände immer wieder zu Auseinandersetzungen von Gegendemonstranten mit der Polizei gekommen ist und an zwei Stellen auch Autoreifen angezündet wurden. Die Polizei stand den Demonstranten mit mehr als 1000 Beamten gegenüber.

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Am Nachmittag ging es in der Stuttgarter City weiter

In der Stuttgarter Innenstadt war die Stimmung deutlich entspannter. Mehrere Tausend Menschen (die Polizei spricht von 1800, die Organisatoren von 5000) wollten hier am Nachmittag gegen die AfD demonstrieren. Verschiedene vor allem linke Gruppen hatten zur Demo aufgerufen, darunter auch die Kampagne "Nationalismus ist keine Alternative".

Die Aktivisten haben im letzten Monat vor allem von sich reden gemacht, als sie Bauschutt aus einem niedergebrannten Flüchtlingsheim vor der Bundesgeschäftsstelle der AfD in Berlin abgeladen haben. (bento)

„Die AfD ist die Begleitmusik zu den Brandanschlägen in der Bundesrepublik.“

"Die Kampagne richtet sich gegen die AfD, aber auch generell gegen den Rechtsruck in unserer Gesellschaft", sagt ihr Pressesprecher Florian Sommer. Die Partei bezeichnet er als die "Begleitmusik zu Mord und Totschlag und den Brandanschlägen innerhalb der Bundesrepublik". Vor allem vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte "sollte man Faschisten nicht einfach machen lassen" findet Florian. Dass die AfD aus Blockaden politisches Kapital schlägt und sich als Opfer von Zensur und Meinungsmache darstellt, stört ihn dabei nicht: "Das würden die auch ohne uns machen."

Die Demonstration in der Stuttgarter Innenstadt war aber noch wesentlich breiter aufgestellt als die linksradikale Kampagne gegen Nationalismus. Auch ein Vertreter der Gewerkschaft ver.di sprach bei einer Zwischenkundgebung und beschwerte sich vor allem über die Arbeitnehmerfeindlichkeit der AfD: Ein Staat nach den Wünschen der Partei wäre ein autoritärer Staat, der sich nicht um das Soziale kümmert.

Mehrere Stunden lang zog die Demonstration durch die Stuttgarter Innenstadt – allerdings ohne die 400 vorher in Gewahrsam genommenen Demonstranten. Die sollen erst im Laufe des Abends in Kleingruppen wieder freigelassen werden:

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