Bild: Daniel Karmann/dpa

In mehreren Bundesländern ist die AfD gerade dabei, sogenannte Meldeplattformen einzurichten, wo Schülerinnen und Schüler melden sollen, wenn ihre Lehrerinnen oder Lehrer die AfD kritisieren. Am Montag startete die Plattform auch in Berlin und die Menschen machen sich einen Spaß daraus, absurde Vorfälle einzutragen – oder einfach ihre Pizzabestellung an die AfD zu schicken.

Was hat die AfD mit den Plattformen vor?

In Hamburg und Baden-Württemberg startete die Partei schon in den vergangenen Wochen mit der Meldeplattform, vor wenigen Tagen folgte Brandenburg, nun gibt es sie auch in Berlin. Als Anlass bezeichnet die Partei angebliche Hinweise auf mutmaßliche Verstöße gegen das Neutralitätsgebot von Lehrern. 

Im Grunde handelt es sich bei der Plattform lediglich um ein Kontaktformular, über das Schülerinnen Lehrer melden sollen. Sollte ein "begründeter Anfangsverdacht" bestehen, dass tatsächlich ein Verstoß vorliege, werde man die Nachricht an die Schulbehörde weiterleiten, schreibt die AfD. 

Was sagen Lehrer?

Die Deutsche Lehrergewerkschaft GEW kritisierte das Vorgehen der AfD scharf. Die Portale seien ein Aufruf zur Denunziation, wo man sich anonym eintragen und Lehrkräfte ungeprüft beschuldigen könne, sagte Ilka Hoffmann vom GEW-Vorstand. (tagesschau.de)

Sollten Lehrerinnen an den Pranger gestellt werden, werde die Gewerkschaft auch Rechtsschutz gewähren. "Wir rufen die Kollegen auf, dass sie sich nicht einschüchtern lassen sollen und dass sie auch damit kreativ umgehen sollen", sagte der Berliner GEW-Vorsitzende Tom Erdmann dem rbb. Er schlug vor, das Portal auch ruhig für eine Pizzabestellung zu nutzen – oder für eine Spaßmeldung, dass das Kind aus dem Kunstunterricht wieder "ganz rot-grün-versifft" nach Hause komme.

Und wie reagieren Menschen?

Genau so, wie es der Berliner GEW-Vorsitzende vorgeschlagen hatte und noch drastischer. Die baden-württembergische Meldeplattform, wofür ein AfD-Abgeordneter die Domains "meinlehrerhetzt.de" und "meinprofhetzt.de" angemeldet hatte, ging bereits nach kurzer Zeit offline – dahinter steckt möglicherweise ein Hackerangriff. (Stuttgarter Zeitung)

Auch das Berliner Portal ist seit dem Start am Montag nicht immer erreichbar. Schuld daran könnten die vielen Anfragen sein, die aber wohl selten im Sinne der AfD sind. Auf Twitter starteten Userinnen und User die #meldechallenge und suchen damit nun die kreativsten Einsendungen. So wie diese:


Future

Wir haben eine Pilotin gefragt, wie es sich anfühlt, in einer Männerdomäne zu landen
„Turbulenzen mag ich. Da merkt man erst, dass man sich bewegt.“

Es ist Donnerstagvormittag, als ich Juliane Schmitz auf dem Handy anrufe. Juliane – so steht es auf meinem Schmierzettel – ist dreißig Jahre alt, verheiratet, Mutter eines zehn Monate alten Kindes und arbeitet Vollzeit als Pilotin. Klingt stressig, denke ich mir gerade, als eine junge Frauenstimme mich gut gelaunt begrüßt.

Ob sie in Ruhe reden kann, frage ich, oder ob sie gleich zum Flieger müsse. Juliane lacht. Nein, nein, sie sitze in der Sonne und sie habe alle Zeit der Welt. „Das ist ja der Luxus meines Jobs, dass man auch mal unter der Woche frei hat.“

Wir sind also schon mitten im Thema.

Zu allererst: Wann bist du auf die Idee gekommen, Pilotin zu werden?

Das kam im Teenageralter. Meine Mutter ist Flugbegleiterin und sie hat mich früher, als ich noch nicht zur Schule ging, immer auf Flüge mitgenommen. Das fand ich schon damals immer toll. Später habe ich mir eben gedacht, dass ich das auch gerne machen möchte. Und ich habe dann auch eigentlich gar nichts anderes mehr in Erwägung gezogen.

Was genau hat dich gereizt?

Na, der Lifestyle. Jeden Tag die Sonne sehen und auch mal kurz auf den Eiffelturm gucken oder Luft in Spanien schnuppern. Und zusätzlich noch dieser mentale Anspruch des Piloten, was ja schon auch eine Herausforderung ist – vor allem die Technik hinter dem Fliegen fand ich schon immer spannend. 

Wie hast du dann darauf hingearbeitet?

In der Schule hatte ich sowieso schon Mathe und Erdkunde als LKs, das passte also. Und im letzten Schuljahr habe ich angefangen, mich intensiv auf die Einstellungstests vorzubereiten. 

Die sollen ja hart sein. 

Die Piloteneignungstests sind tatsächlich nicht ohne – aber durchaus machbar, wenn man mit Fleiß an die Sache herangeht und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen hat. Es gibt ein paar Dinge, in denen man fit sein sollte, z.B. Multitasking, Englisch, Mathe… Aber es wird keine höhere Mathematik verlangt, sondern eher Prozentrechnen, Dreisatz und Ähnliches.