Bild: Neppe privat/dpa
Was ist passiert?

Der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete und Schatzmeister Frank Neppe wird die AfD-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag verlassen. Das kündigte er am Dienstag in einem Brief an die Parteimitglieder an. Damit ist er bereits der dritte Abgeordnete, der der Fraktion nicht mehr zur Verfügung steht. 

Wie begründete er seine Entscheidung?

In dem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, schreibt er, dass einige Funktionäre der Partei die AfD mit ihren Äußerungen "immer weiter in die rechte Ecke bugsieren". Linksextreme Kräfte fühlten sich durch derartige Äußerungen zudem legitimiert, AfD-Politiker zu bedrohen. Neppe beklagte, die Partei habe ihm nach einem Angriff auf sein Haus "keinerlei Hilfe angeboten". (WDR)

Neppe ist auf Listenplatz drei der AfD in den Landtag eingezogen. Im Wahlkampf hatte er sich noch für das Thema Innere Sicherheit und mehr Polizeikräfte eingesetzt. Der Tweet war am Mittwochmorgen trotz Austritt immer noch auf seinem Twitter-Profil ganz oben angeheftet. 

Warum ist das wichtig?

Mittlerweile sind bereits elf Abgeordnete aus ihren AfD- Fraktionen ausgetreten – in NRW, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. (Der Westen) Ausgelöst hat das die ehemalige Parteichefin Frauke Petry, die direkt nach der Bundestagswahl erklärte, der AfD-Fraktion im Parlament nicht zur Verfügung zu stehen. Auch ihr Ehemann Marcus Pretzell verabschiede sich aus der Landtagsfraktion in NRW und damit auch aus seiner Funktion als Fraktionschef.

Die Austritte zeigen die interne Zerrissenheit der Partei und die Diskussion um die Frage, wie rechts die Partei ist. Zwar sind elf Abgeordnete keine große Zahl, möglicherweise folgen aber noch weitere Abgeordnete. 

Schon jetzt besteht die Fraktion in NRW nur noch aus 13 Abgeordneten. Eine Fraktion im Landtag muss aber mindestens zehn Abgeordnete haben. 

Neppe, Pretzell und Alexander Langguth, der ebenfalls ausgetreten war, werden wohl als partei- und fraktionslose Abgeordnete im Landtag sitzen. 


Fühlen

Wie ich mit meiner zweijährigen Tochter über den Tod sprach

Ulla ist innen hohl und aus Plastik. Sie trägt ein grünes Strickkleid, das meine Oma Ingrid genäht hat. Ulla ist eine Puppe.

Das erzähle ich meiner Tochter, die bald drei Jahre alt wird, während sie auf dem Boden sitzt und mit der Puppe spielt, mit der schon meine Mutter gespielt hat. 

Wir sind zum Kaffeetrinken bei meinen Eltern. 

"Wo ist Ingrid?" fragt meine Tochter. Puh. 

Die Wahrheit ist nämlich: Oma Ingrid ist tot. 

Wie erkläre ich einer Zweijährigen, dass wir alle sterben müssen?