Bild: Screenshot Bundestag

Die AfD will mit ihren Anträgen im Bundestag immer wieder provozieren. Jüngstes Beispiel: Die Partei würde gern Deutsch als Landessprache im Grundgesetz festschreiben lassen. Im Antrag heißt es, weil "sich die deutsche Sprache einer Verdrängung durch andere Sprachen ausgesetzt" sehe. So seien deutschsprachige Musiker zum Beispiel gezwungen, auf Englisch zu singen, um überhaupt im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gespielt zu werden. (Antrag der AfD)

Anscheinend hat die AfD noch nie etwas von Andreas Bourani, Max Giesinger, Cro, Silbermond oder Helene Fischer gehört. 

Als Oppositionspartei hatte die AfD mit ihrem Antrag glücklicherweise keinen Erfolg, trotzdem muss sich der Bundestag nun immer wieder mit diesen abstrusen Anträgen auseinandersetzen.

Aber wie reagiert man auf etwas, das man einfach nur realitätsfern und vor allem diskriminierend findet? 

Grünen-Politiker Cem Özdemir konterte der AfD-Hetze zuletzt mit Wut (bento), der CDU-Abgeordnete Philipp Amthor mit noch mehr Aggressivität (bento), der SPD-Abgeordnete Johann Saathoff versuchte es jetzt mit Humor. 

Dem Antrag zu Deutsch als Landessprache kritisierte er op plattdütsch – das ist nicht nur witzig, sondern zeigt auch eine ernste Botschaft.

Johann Saathoff stammt aus Ostfriesland und weiß daher: Die Ostfriesen können Vieles – aber sicher kein Hochdeutsch. Er sagt von sich selbst, seine Muttersprache sei nicht Hoch-, sondern Plattdeutsch. "Die Vielfalt der Sprachen aus den Regionen macht den Wert der deutschen Sprache aus."

Zunächst beginnt er noch ohne Dialekt seine Rede. "Herr Brandner wünscht uns Mut zur Courage", zitierte Saathoff den AfD-Abgeordneten. "Ich übersetze das mal nicht. Ich wünsche uns die Courage, anderen Sprachen mit Respekt zu begegnen." Courage ist übrigens ein Fremdwort aus dem Französischen. 

Dann wechselt Saathoff immer wieder ins Platt. 

Se daun so, als ob man wat wegnehm wurr, wenn wat anners daarto kommt. Un dat Tegendeil is de Fall. Düütschland word nich armer durch anner Spraken, Düütschland word rieker.
Aufgezeichnet vom Hamburger Abendblatt
Was so viel heißt wie: "Sie tun so, als ob man was wegnehmen würde, wenn was anderes dazukommt. Und das Gegenteil ist der Fall. Deutschland wird nicht ärmer durch andere Sprachen, Deutschland wird reicher."

Schließlich bat ihn Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble darauf zu achten, "dass wir Sie verstehen". Für die Antragsteller sei es aber egal, ob er Hochdeutsch, Platt oder Kisuaheli spreche, entgegnete Saathoff. "Hören und Verstehen sind zwei verschiedene Dinge." (Hamburger Abendblatt)

Sprache sei stets im Wandel, niemand würde so sprechen wollen wie im Mittelalter. 

Am Ende entschuldigte sich Saathoff noch beim stenografischen Dienst – dieser dürfte weite Teile der Rede nicht verstanden haben. 

"Ich gelobe Besserung."


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