Bild: dpa/Ina Fassbender
Zumindest den AfD-Wahlkampf.

Die Vorsitzende der Alternative für Deutschland will nicht mehr – zumindest nicht im Wahlkampf. Frauke Petry wird nicht die Spitzenkandidatin ihrer Partei. Das erklärte sie in einer Videobotschaft auf Facebook. 

Dort sagte Petry, dass sie "weder für eine alleinige Spitzenkandidatur noch für eine Beteiligung in einem Spitzenteam zur Verfügung stehe". Die Nachricht kommt drei Tage vor dem Bundesparteitag der AfD, der am Wochenende in Köln stattfindet.

Hier könnt ihr die Botschaft von Petry sehen:
Videobotschaft zum Kölner Parteitag

Videobotschaft von Dr. Frauke Petry zum Kölner Parteitag.

Posted by Dr. Frauke Petry on Mittwoch, 19. April 2017
Was steckt dahinter?

In der AfD herrscht seit einigen Monaten ein Machtkampf: 

  • Auf der einen Seite steht Petry mit ihren Anhängern. Sie wollen sich vor allem auf EU-Kritik und Wirtschaftsfragen konzentrieren und sehen sich als bürgerlich-konservativer Flügel.
  • Auf der anderen Seite stehen Vertreter des rechten Flügels wie Björn Höcke und Alexander Gauland. Sie konzentrieren sich vor allem auf Stimmungsmache gegen Flüchtlinge und den Islam.

Auf dem Bundesparteitag sollte nun entschieden werden, wer diesen Machtkampf gewinnt. Petry und ihre Unterstützer haben einen sogenannten Zukunftsantrag eingebracht, der die Strategie der AfD festlegen will. Dabei werden auch Koalitionen mit anderen Parteien nicht ausgeschlossen. Ob der Antrag angenommen wird, ist aber völlig unsicher. 

Wenn Petry nun zurücktritt, hat sie also den Kürzeren gezogen?

Ja und Nein. 

  • Ja, weil sie nun kurzfristig an Macht verliert; die Extremen rund um Björn Höcke werden nun möglicherweise den Wahlkampf bestimmen.
  • Nein, weil Petry in ihrem Video Gegner wie Höcke hart angreift. Sie würden "aus machttaktischen Gründen" verhindern, dass die AfD vom Wähler als Einheit gesehen wird. Petry zieht sich also jetzt zurück, weil sie darauf hofft, in Zukunft wieder eine Rolle zu spielen. 

Die Zukunft stellt sich Petry schon mal rosig vor: Derzeit sei die AfD nur Opposition. Aber ab jetzt müsse man sich schon die Verantwortung "als Seniorpartner im darauffolgenden Parlament" konzentrieren. 

Übersetzt: Bei der Bundestagswahl 2021 will die rechtspopulistische Partei stärkste Kraft werden.


Sport

Nach Champions-League-Aus: Franck Ribery fasst das Gefühl der Bayern perfekt zusammen

Nach dem verlorenen Viertefinal-Rückspiel gegen Real Madrid hadern nicht nur die Bayern mit dem Ergebnis. Die Fußballwelt ist sich einig: Schiedsrichter Viktor Kassai trägt eine Teilschuld an der 2:4-Niederlage.

Aufreger Nummer Eins: Kurz vor Ende der regulären Spielzeit sah es noch gut aus für die Bayern. 2:1 war das Hinspiel für Madrid ausgegangen, nun lag Bayern 2:1 vorn –  das bedeutete Verlängerung. 

Doch in der 84. Minute sah Arturo Vidal Gelb-Rot, die restliche Spielzeit mussten die Bayern also zu zehnt überstehen. Viele Fußballexperten hatten aber gar kein deutliches Foul gesehen.