Bild: Screenshot YouTube
In einem Blogeintrag äußert er sich nun mit deutlichen Worten.

Was ist passiert?

Der Blogger Christian Brandes alias Schlecky Silberstein hat von Anhängern der AfD Morddrohungen erhalten, nachdem ein Politiker sein Büro ausfindig gemacht und Klingelschilder abgefilmt hatte. Brandes war zuvor am Dreh eines Satire-Videos beteiligt gewesen, in dem auch die rechtspopulistische Partei vorkommt.

Wer ist Schlecky Silberstein?

Brandes betreibt seit 2010 seinen Blog Schlecky Silberstein, außerdem ist er Head-Autor bei "Bohemian Browser Ballett", einem Satire-Format von funk, dem jungen Angebot von ARD und ZDF. Dafür wurde auch der Clip produziert, um den es geht. 

Worum geht es in dem Beitrag?

In Berlin sollte eine Parodie auf die Ereignisse in Chemnitz entstehen. In dem Video ist zu sehen, wie ein Junge auf die Straße läuft und ruft: "Deutscher von Ausländern abgestochen!" Schon kommen Menschen mit Deutschlandflaggen und Plakaten mit freudigem Blick aus ihren Häusern. "Es geht wieder los", rufen sie.

Zum Video gehört auch ein Hutbürger bei der Polizei, zwei Frauen, die das #wirsindmehr-Konzert als die "Party des Jahres" bewerben und – ein Stand der AfD. "Wer hat noch nicht, wer will nochmal? Jeder kann hier Mitglied werden", sagt ein Mann.

Hier kannst du das Video sehen:

Wie reagierte die AfD?

Offenbar wurden AfD-Anhänger auf die Dreharbeiten in Berlin aufmerksam – die Partei warnte daraufhin auf ihrer offiziellen Facebook-Seite vor einem angeblichen Fake-Video und dem falschen Parteistand. 

In einem wiederum von der AfD veröffentlichten Video sind Filmequipment und Tonangeln zu sehen, gleich zu Beginn läuft eine Frau mit Filmklappe in der Hand durch das Bild. Sieht so der Dreh eines Fake-Videos aus?

Am Drehort gab es zudem Aushänge, die Anwohner waren informiert, dass es sich um eine Produktion für das "Browser Ballett" handelte. Trotzdem wurde die Polizei gerufen, allerdings, weil offenbar jemand aus der Ferne eine rechte Spontandemo vermutet hatte, berichtet "t-online". Den Polizisten sei aber sofort klar gewesen, dass es sich um eine fiktive Situation handelte, es habe zudem eine Drehgenehmigung des zuständigen Bezirksamts gegeben.

 In einem Blogeintrag erzählt Brandes nun, welche Reaktionen von der AfD es gab – am Ende erreichten ihn sogar Morddrohungen.

In dem Video auf der AfD-Seite sagt der Berliner AfD-Abgeordnete Karsten Woldeit, dass er herausfinden wolle, wer hinter dem angeblichen Fake steckt, in Kommentaren wollen dies Nutzer gleich selbst in die Hand nehmen: "Die Typen müssen doch zu identifizieren sein", schreibt einer und fragt, ob jemand die Personen auf den Bildern kenne.

Schließlich machte die Berliner AfD selbst öffentlich, welche Produktionsfirma den Dreh verantwortete. Ein Abgeordneter stattete dem Firmen-Partner von Brandes gemeinsam mit einem Kameramann einen Besuch ab und behauptet in dem Video anschließend, die Produzenten "versteckten" sich. Darin außerdem zu sehen: Das Klingelschild der Firmenadresse. 

Wegen des jüdischen Namens von Brandes' Partner dauerte es dann auch nicht lange, bis antisemitische Beleidigungen folgten – und die Produktionsfirma Morddrohungen erhielt. 

(Bild: Screenshot schleckysilberstein.com)

Wie äußert sich Schlecky Silberstein jetzt?

Der Autor und Blogger wirft der AfD vor, dass bei der Partei jeder gewusst habe, dass eine Satire gedreht wurde, schließlich habe es am Set entsprechende Hinweise gegeben. Zudem hatte schon am Donnerstag etwa "Correctiv" über den Satire-Dreh berichtet, das Video der Berliner AfD wurde aber erst am Freitag veröffentlicht. 

In seinem Blogeintrag warnt Brandes vor der Machtübernahme autokratischer Parteien:

Nicht umsonst ist überall auf der Welt und überall in der Geschichte Schritt eins nach der Machtübernahme die Einschränkung der Kunst- und Pressefreiheit.
Christian Brandes alias Schlecky Silberstein

Er appelliert zudem an Protest- oder Wechselwähler, die glaubten, man könne Autokraten nach vier Jahren einfach wieder abwählen. Wie in Ungarn und Polen zu sehen sei, bauten Autokraten den Staat um, um ihre Macht zu festigen. Kritik an der Regierung werde im Keim erstickt, während die Probleme des Landes allein einer Minderheit zugeschrieben würden – beispielsweise Flüchtlingen.


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