Bild: dpa/Michael Kappeler

Was ist passiert?

Alexander Gauland, Co-Chef der AfD-Bundestagsfraktion, soll bis vor kurzem ein Ex-Mitglied der rechtsextremistischen Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) beschäftigt haben. Das hat der Tagesspiegel recherchiert.

Die HDJ wurde 2009 wegen der "dem Nationalsozialismus wesensverwandten Ideologie" und einer "aktiv-kämpferischen, aggressiven Grundhaltung gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung" verboten.

Um welchen Mitarbeiter geht es?

  • Um Felix N. Er soll ab 2003 bei der HDJ als Leiter der Abteilung HALT – "Heimattreue Ausrüstung und Lagertechnik" – aktiv gewesen sein. 
  • Bei der AfD-Fraktion in Brandenburg arbeitete er offiziell ab 2015 als Verkehrsexperte
  • Mittlerweile soll er Felix W. heißen und für Alexander Gauland im Bundestag tätig sein.
  • Sein Bruder Laurens N. war ebenfalls Funktionär bei der HDJ und arbeitet seit 2017 als parlamentarischer Berater der AfD-Fraktion in Baden-Württemberg. Auf den Vater der beiden war die Internetseite der HDJ angemeldet. 

AfD-Politiker in Brandenburg bestätigen den Wechsel laut Tagesspiegel. Die AfD-Fraktion im Bundestag bestreitet, dass die betroffene Person für Gauland arbeitet. Trotzdem stand sein Name bis vor kurzem auf Türschildern an Gaulands Abgeordnetenbüros sowie im internen Telefonbuch des Bundestags. 

Nur, wer auf der Gehaltsliste steht, kommt in dieses Verzeichnis. Um das zu prüfen, sei ein Abgeordneter einer anderen Fraktion sogar aus dieser ausgetreten – und sei binnen kürzester Zeit aus dem Verzeichnis verschwunden.

Warum ist das wichtig?

Der AfD wird immer wieder Nähe zu fremdenfeindlichen Gruppierungen vorgeworfen. Zuletzt erlaubte die Partei ihren Mitgliedern, offiziell bei Pegida-Veranstaltungen aufzutreten. Der sächsische Landes- und Fraktionsvorsitzende Jörg Urban sagte vor kurzem vor rund 1500 Pegida-Anhängern: "Pegida und die AfD sind dieselbe Bewegung." (Zeit Online)

Dei der Bundestagswahl stellte die AfD Dutzende Rechtsradikale zur Wahl:

Vor zwei Wochen war bereits bekannt geworden, dass Gaulands Nachfolger in Brandenburg, Andreas Kalbitz, Kontakte zur HDJ hatte. Er war 2007 auf einem Pfingstlager der rechtsextremistischen Organisation zu Gast – nach eigener Aussage ohne zu wissen, dass der Verein schon damals vom Verfassungsschutz beobachtet wurde. (RBB)

Der sagt zwar, dass er von der Vergangenheit des Felix N. nichts wusste – und er dann auch keinen Job bei der AfD-Fraktion bekommen hätte. Daran darf gezweifelt werden.

Wie geht es weiter?

Ob die AfD-Fraktion im Bundestag auf die Vorwürfe reagieren wird, ist fraglich. Zum Fall Kalbitz sagte Co-Chef Gauland kürzlich nur: "Ich finde den Bohei, der darum gemacht wird, absolut lächerlich." Das Ganze sei "uninteressant" und: "Ich verstehe auch nichts davon." (Märkische Allgemeine)


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Dieser Netflix-Horrorfilm soll so gruselig sein, dass die meisten abbrechen
Wir verraten, wie er ausgeht.

Seit einigen Wochen gibt es auf Netflix einen neuen Horrorfilm, den spanischen Streifen "Verónica". Unter Nutzern verbreitet sich das Gerücht, kein Horrorfilm habe eine so hohe Absprungrate – viele Zuschauer würden es nicht bis zum Ende aushalten.

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