Weißt du, zu welchem Arzt du gehen musst?

Zuletzt gab es, laut Bundesärztekammer, in Deutschland 385.100 berufstätige Ärztinnen und Ärzte. Davon arbeiten 154.400 ambulant, 198.500 im Krankenhaus, die anderen sind in anderen Bereichen tätig.

Die meisten Medizinerinnen und Mediziner widmen sich irgendwann einem Fachbereich. Über 50.000 sind spezialisiert auf Innere Medizin, knapp 43.000 sind Allgemeinmediziner. Am seltensten sind Urologen und Urologinnen (5936) und Fachärzte für Haut- und Geschlechtskrankheiten (5944).

Aber weißt du auch ohne Medizinstudium, zu welchem Facharzt du in diesen Fällen gehen musst?

Teste dein Wissen hier:

Hinweis: In Frage 10 hieß es, der Pathologe entnehme die Probe bei einer Biopsie. Richtig ist, dass er sie untersucht. Auch in Frage 4 steckte ein Fehler: Die Zahnspange gibt es beim Kieferorthopäden – nicht beim Kieferchirurgen. Der macht die Röntgenuntersuchung meist selbst. Die Frage kommt daher nicht mehr vor.


Gerechtigkeit

Bei der Steuererklärung zeigt sich, dass Finanzämter Frauen immer noch nicht gleichberechtigt behandeln
Das Geld bringt der Ehemann?!

Viele müssen in diesen Tagen wieder eine Qual über sich ergehen lassen: die Einreichung der Steuererklärung beim örtlichen Finanzamt. Doch nicht nur der Papierkram kann ganz schön nerven – auch das anschließende Warten. Ein Hamburger Paar wunderte sich, warum die Bearbeitung so lange dauerte. Der Grund: Nicht er, sondern sie hatte die Steuererklärung eingereicht.

Was war da beim Finanzamt los?

Auf seinem Blog schreibt Fabian Scherschel, dass seine Frau im vergangenen Jahr das erste Mal die gemeinsame Steuererklärung für beide eingereicht hatte, "weil sie viel besser mit Geld umgehen kann als ich. Ich bin eher so der kreative Part in der Beziehung, sie macht den ganzen komplizierten Kram".

Wie viele andere reichte Scherschels Frau die Erklärung online ein. Aber es passierte nichts. Fast ein Jahr lang. Also fragte sie beim Finanzamt nach, ob es ein Problem gebe. Es gab eines: Sie hatte sich als Frau an erster Stelle vor ihrem Ehemann auf dem Bogen eingetragen. Deshalb sei das System abgestürzt und alle Informationen hätten von Hand eingegeben werden müssen. Scherschel sagte zu bento, das Finanzamt habe ihm mitgeteilt, dass es ein Problem mit dem Vordruck gebe, da grundsätzlich Ehegatten als "Person A" und Ehefrauen als "Person B" eingetragen würden müssten. Ansonsten würde es zu IT-Problemen kommen.

Wie kann das sein?

bento hat bei der zuständigen Finanzbehörde Hamburg Nord in Sachen Steuererklärung nachgefragt. 

Auf Anfrage erklärte Pressesprecher Claas Ricker: "In den amtlichen Vordrucken zur Einkommensteuer und in der Software ist der Ehemann als 'erste steuerpflichtige Person' einzutragen." Demnach sehen die Vordrucke des Finanzamt es noch vor, dass die "Angaben zum Ehegatten zuerst abgefragt werden."

Was soll das denn? Werden Frauen beim Finanzamt etwa diskriminiert?

Gegen diesen Verdacht wehrt sich das Amt. "Die im Vordruck vorgegebene Reihenfolge der Eintragungsmöglichkeiten ist weder als wertende Rangfolge noch als Diskriminierung anzusehen", so Ricker. 

Warum ist es dann trotzdem ein Problem, wenn eine Frau als erstes eingetragen wird?

Das liegt laut Ricker zum einen an der erst später vollzogenen steuerlichen Gleichstellung von Frauen, zum anderen an der veralteten IT-Ausstattung der Ämter. Denn das Problem werde immer öfter angesprochen. Ricker bestätigt, Forderungen nach "geschlechterneutralen Steuererklärungsvordrucken" würden immer öfter erhoben, also Vordrucken, bei denen die Reihenfolge der Abfragen nicht vom Geschlecht abhängig gemacht wird.

Warum dauert das dann so lange?

Ricker betont, dass dies kein alleiniges Problem der Finanzbehörde Hamburg, sondern der Vordruck bundesweit gleich sei. "Eine entsprechende gendergerechte Umgestaltung der Vordrucke selbst wäre theoretisch umsetzbar", gibt er zu. Änderungen von Steuererklärungsvordrucken und IT-Verfahren könnten jedoch nur einheitlich im Zusammenwirken von Bund und Ländern vorgenommen werden, erklärt er die Verzögerung. 

In der Hamburger Steuerverwaltung, wie auch auf Bundesebene, habe die Berücksichtigung von Gendergesichtspunkten einen hohen Stellenwert, betont Ricker. 

Um den Worten Taten folgen zu lassen, wäre es sinnvoll, das IT-Programm umzustellen, findet Scherschel. "Wenn man sowas hört, fragt man sich schon, ob das Software-Backend beim Finanzamt in den Sechziger-Jahren programmiert wurde. Wir leben im 21. Jahrhundert – da wird doch wohl eine Frau die Steuererklärung für den Haushalt machen können und sich dann als erste Person eintragen dürfen."