Bild: Peter Endig/dpa
Zwei Antworten, warum Frauen deshalb immer öfter in Not geraten

Für Frauen in Deutschland wird es immer schwieriger, eine Ärztin oder einen Arzt für eine Abtreibung zu finden. Seit 2003 ist die Zahl der Abtreibungsärzte um 40 Prozent zurückgegangen, berichtet das ARD-Magazin "Kontraste". Mittlerweile gebe es noch 1200 Stellen, 2003 waren es noch rund 2000. Immer öfter geraten Frauen deswegen in Not, weil sie keinen Arzt finden, der bei ihnen eine Abtreibung durchführt.

Weshalb geht die Zahl der Abtreibungsärzte zurück?

  • Die Bundesärztekammer beklagt massiven Druck militanter Abtreibungsgegner. "Wir haben großes Verständnis für jeden Arzt, der unter den derzeit herrschenden Bedingungen keine Schwangerschaftsabbrüche vornehmen möchte", sagte Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer.
  • Er wünscht sich deshalb mehr Unterstützung aus der Politik: Sie solle sicherstellen, dass Ärztinnen und Ärzte, die Abtreibungen durchführen, nicht von "so genannten 'Lebensschützern'" diffamiert und in der Ausübung ihres Berufes gestört werden.

Warum finden viele Frauen niemanden, der bei ihnen eine Abtreibung vornimmt?

Das liegt auch daran, dass es in den meisten Bundesländern kaum Informationen gibt. Dabei sind sie eigentlich dazu verpflichtet, eine ausreichende Versorgung sicherzustellen. Laut "Kontraste" erhebe aber fast die Hälfte der Länder nicht einmal die Kontaktdaten von Gynäkologen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen. (tagesschau)

Nur in Berlin und Hamburg sind bislang Listen von Abtreibungsärzten online verfügbar (bento). Der umstrittene Paragraf 219a verbietet in Deutschland die Werbung für Abtreibungen – dazu zählt auch, dass Ärztinnen und Ärzte nicht auf ihrer Homepage darüber informieren.

Monika Börding, Geschäftsführerin von pro Familia Bremen, fordert deswegen von den Ländern, jetzt zu handeln – sie seien für ein ausreichendes Angebot zuständig. 


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