Bild: YouTube
Für diese Weisheit danken wir einer Oma auf YouTube.

Es gibt Menschen, die campierten für dieses Paar Schuhe eine Woche lang in Fußgängerzonen. Menschen, die in Online-Auktionshäusern mehrere Tausend Euro hinlegten, um an ein solches Paar Schuhe zu kommen: das Adidas-Modell "Yeezy Boost 350 'Tan'", eines der Sneaker-Paare, die Kanye West designt hat und von denen es weltweit nur ein paar Hundert Stück zu kaufen gab.

Bevor die 260 Euro teuren Turnschuhe im Dezember 2015 in die Läden kamen, wurde ihr Verkaufsstart monatelang in Blogs und auf Facebook aufwendig lanciert, User überschlugen sich im Kommentieren und Teilen – nur, um vielleicht an ein Exemplar der Schuhe zu kommen.

Wie übertrieben dieses Verhalten sein kann, macht eine Oma auf YouTube nun auf simple Weise deutlich: Sie kann mit den Tretern von Kanye absolut nichts anfangen.
Nüchtern stellt Großmutter fest:

Der Style ist furchtbar. Ich mag diese Schuhe nicht. Die haben ja nicht einmal eine Zunge, sind da oben irgendwie getackert. Und die Farbe ist scheiße. Das Oberflächenmaterial ist total heruntergekommen.

Nach Sichten des Kassenbons wird sie wütend:

In was für einer Generation leben wir nur?! Ewig online bleiben für ein Paar Schuhe wie dieses. Nicht einmal der Karton ist etwas besonderes. Es tut mir Leid, Kanye West, ich mag deinen Rap. Aber deine Klamotten? Ich wusste nicht einmal, dass du ein Designer bist.

Den Hype um die Schuhe fachte vor allem das Label selbst an: Durch Verknappung und vermeintliche Exklusivität wurden die sandfarbenen Sneakers begehrenswert – und weil sie nicht die ersten Treter waren, bei dessen Kreation Kanye West seine Finger im Spiel hatte, waren die Bedingungen für ihren Kauf längst erprobt: stundenlanges Anstehen, schlafen in Eiseskälte, Eskalation in Schuhgeschäften. Man könnte das Leben auch entspannter angehen.

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