Das Konzept "Schuh" ist ein simples: Ein Schuh schützt Füße vor Dreck, Steinen und Scherben. Im besten Fall sieht er dabei auch noch gut aus.

Jetzt gibt es allerdings einen Schuh, der an die guten alten Galoschen erinnert – nur, dass er noch ein bisschen dicker aufträgt, und damit die Turnschuh-Gemeinde spaltet: den Schuh für den Schuh.

Produziert hat dieses Teil die chinesische Firma Sankuanz. Bei den Männermodenschauen für den kommenden Herbst in Paris zeigte das Label den Schuh, den man sich über seine anderen Schuhe ziehen kann, um sie zu vor Umwelteinflüssen zu schützen.

Klingt komisch? Sieht auch komisch aus. Das Stück besteht aus einer dicken Gummisohle und drei breiten Klettverschlüssen. Dabei erinnert es wahlweise an einen orthopädischen Schuh oder den guten alten Signature-Look "Socken in Sandalen" – eigentlich wahrscheinlich beides nichts, mit dem modebewusste Menschen in Verbindung gebracht werden möchten.

Die Resonanz auf den Schuh-im-Schuh fiel gewaltig aus, Bilder von den Modenschauen verbreiten sich seitdem bei Instagram und Twitter. Die Reaktionen reichen dabei von gefühlter Erleuchtung bis hin zu völligem Entsetzen. 

Auch das Portal Hypebeast, die Anlaufstelle für modebewusste Streetwear-Jünger schlechthin, stellte den Schuh auf Instagram vor – und erzielt damit zahllose Interaktionen.

"Schon bestellt", kommentieren manche Nutzer. "Sehr nützlich, wenn es regnet und du deine neuen Sneaker nicht einsauen willst". erkennen andere.

Anderen Usern fehlen bei diesem Anblick schlichtweg die Worte. 

Den gemischten Reaktionen zum Trotz ist das Label selbst von der Berechtigung des Schuh-im-Schuhs überzeugt. "Ich denke, dass diese Schuhe sehr beliebt sein werden", sagte Courtney Wittich vom Label dem National Public Radio.

Eine schlüssige Begründung hat sie auch: "Die Straßen sind wirklich dreckig, und Menschen wollen ihre Schuhe schützen. Besonders, wenn sie viel Geld dafür bezahlt haben."

Und tatsächlich ist das, was Sankuanz auf die Laufstege gebracht hat, nur der nächste logische Schritt einer Entwicklung, die sich schon lange an den Füßen modebewusster Menschen zeigt: Turnschuhe sind längst nicht mehr nur Turnschuhe. Sondern werden zu Kult-Objekten, die wie Denkmäler beschützt gehören.

Lass uns Freunde werden!

Angesichts dessen scheint der Schuh-für-den-Schuh gleich weniger absurd: Denn wenn der Turnschuh zum kostbaren Sammlerstück wird, darf es nicht kaputtgehen. Einen echten Rembrandt würde schließlich auch niemand an der Außenwand einer Bushaltestelle aufhängen, die Wind und Wetter ausgesetzt ist.

Und so wirken die 300 Euro, die Sankuanz voraussichtlich für den Schuh verlangen wird, auch schon fast wieder wie ein Schnäppchen. Oder?


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