Bild: Youtube Screenshot / Jimmy Choo-Werbung

Das Jahr 2017 war geprägt von einer großen Debatte: Es ging um Männer und Frauen. Um Gerechtigkeit, um Macht und um Sexismus und sogar um sexuelle Gewalt. All das wurde gebündelt unter dem Hashtag #MeToo.

Und ausgerechnet in dieser Zeit entscheidet sich der Schuh-Designer Jimmy Choo für einen Werbespot, in dem das Model Cara Delevingne in Glitzer-Schuhen und rotem Minikleid durch New York läuft – während Männer sie anstarren und ihr hinterherrufen. 

Kein Wunder, dass sich darüber nun viele Menschen aufregen.

Es geht um diese Werbe-Clip aus der "Shimmer in the Dark"-Kampagne:

Viele Frauen schreiben nun, dass eine solche Werbung momentan das allerletzte sei, was die Welt bräuchte. Schließlich sei es überhaupt kein Spaß, als Frau eine Straße entlang zu gehen und die ganze Zeit angestarrt und belästigt zu werden. Eine Twitter-Nutzerin schreibt, sie selbst habe in New York gelegt als sie Anfang 20 war – sie kenne also solche Situationen – und beim Ansehen des Clips habe sich ihr der Magen umgedreht. 

Hier sind einige der Reaktionen:
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Seit Wochen diskutiert die Welt über den Hashtag #MeToo. Losgetreten wurde die Debatte von umfangreichen Recherchen des "New Yorker" und der "New York Times". Hier warfen Dutzende Frauen dem Produzenten Harvey Weinstein sexuelle Belästigung und Übergriffe vor.

Durch diese Geschichten, fühlten sich immer mehr Frauen ermutigt, auch ihre eigenen Erlebnisse zu teilen. 

Auch das Model Cara Delevigne sprach über ihre Erlebnisse mit dem Produzenten: Sie kritisierte Weinstein im Oktober in einem Instagram-Post dafür, wie unwohl sie sich als Schauspielerin mit ihm gefühlt habe. 

So hätte er sie zum Beispiel gefragt, ob sie mit den Frauen geschlafen habe, mit denen man sie in Zeitungen sehe. Außerdem habe er gesagt, dass sie als lesbische Frau nie erfolgreich sein würde in Hollywood.

Was hat all das mit Jimmy Choos Glitzer-Schuhen zu tun?

Der Werbe-Clip wirkt am Ende diesen Jahres wie ein schlechter Witz, wie ein Rückfall

Mittlerweile wurde das Video von Twitter entfernt. Auf YouTube hingegen findet man den Clip noch.


Fühlen

Warum ich meine alten Schulfreunde an Weihnachten nicht mehr sehen will
Wir müssen reden

Jedes Jahr an Weihnachten fahre ich in meine Heimatstadt und besuche dort meine Eltern – wie Millionen andere auch. Eigentlich treffe ich auch immer ein paar Freunde. Also, die alten Freunde. Mit denen ich meine Jugend verbracht habe. Und die mich jetzt schon seit vielen Jahren nicht mehr jeden Tag sehen, nicht mehr viel von mir wissen. Zumindest sehr wenig davon, welcher Mensch ich heute bin.

Es ist nämlich so: 

Als ich weggezogen bin, habe ich zwei Sachen ziemlich schnell gelernt. 
  • Erstens, dass meine Existenz gar nicht so bedeutend ist, wie Mama und Papa immer behauptet haben. 
  • Und zweitens, ein bisschen später, dass aus mir irgendwas werden muss, irgendetwas eben, das mir bedeutend vorkommt um die ganze Unbedeutsamkeit wegzukompensieren, denn:

Spätestens mit Mitte zwanzig kapieren ja auch die letzten Eskapisten, dass sich ein Mangel an Sinn nicht durch ein Übermaß an Party, saufen, Drogen, bumsen und studieren ausgleichen lässt (man kann es aber versuchen, ich würde nicht schwören, dass es nicht doch geht).