Ohne "Sex and the City" wäre Dan Clay ein anderer Mensch

Eigentlich ist Dan, 32 und aus New York, Strategie-Berater. "Ein totaler Miranda-Job, aber ich hoffe, ich bringe da auch immer etwas Carrie mit hinein."

Miranda? Carrie? Genau: Dan ist Mega-Fan von "Sex and the City". Vor allem die Protagonistin, die Kolumnen schreibende und viel verliebte Carrie, hat es ihm angetan.

Seit einiger Zeit stellt Dan ihre berühmten Posen und gewagten Outfits auf seinem Instagram-Kanal nach – und erntet dafür viel Liebe. Mit seinen klugen Bildunterschriften und mutigen Fotos kommt er an. Sogar Carrie-Darstellerin Sarah Jessica Parker selbst kommentiert seine Bilder regelmäßig und freut sich über die Hommage.

Dan als Carrie Dragshaw auf Instagram – so genial sind seine Verwandlungen:
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Wir haben Dan gefragt: Woher kommt diese große Leidenschaft?

Für mich ist die Serie die perfekte Kombination von Glitter und Gehirn. Der tolle Style, das New Yorker Nachtleben, die märchenhaften Outfits, die Schuhe – das ist das eine.

Doch dann sind da ja auch noch diese vier Charaktere, die mit dem Zuschauer gemeinsam wachsen. Von der zynischen Karrieregeilen über die prüde Verliebte bis hin zu der sehr vielschichtigen und spannenden Carrie.

Die Dialoge der Frauen hinterlassen beim Zuschauer eine bleibendes Verständnis für Beziehungen, die Liebe und seelische Probleme. Immer fordern die Charaktere, dass man mitdenkt, sich selbst reflektiert. Während man sich selbst über die Jahre weiterentwickelt, tun es die Charaktere auch.

Hat die Serie dich verändert?

Absolut. Als Jugendlicher, vor meinem Coming-Out, lief die Serie im Fernsehen. Aber ich habe mir nicht erlaubt, sie gern zu haben. Das änderte sich erst, als ich älter wurde. Ich traute mich mehr und mehr, die Serie zu feiern – und gleichzeitig, mich selbst anzuerkennen und das zu lieben, was ich lieben will.

Das heißt, Carrie hat dir beigebracht, was im Leben wirklich wichtig ist?

Nicht nur sie. Die Serie hat ja viele verschiedene Botschaften, die sich manchmal auch widersprechen. Sie zelebriert Unabhängigkeit, Freundschaften und starke Frauen, aber auch Selbstsicherheit. Oft dreht sich alles um die Frage: Kann ich auch ohne große Liebe glücklich werden?

Die wichtigste Message ist wohl: Selbst wenn du auf der Suche nach der großen Liebe bist – vergiss nie, dich selbst zu lieben.

Was gibt es dir, dich als Carrie zu verkleiden?

Ich mag die Figur aus verschiedenen Gründen. Am besten gefällt mir, dass sie Texte schreibt, die ich gemeinsam mit meinen Bildern bei Instagram veröffentliche. Ich liebe es, ihre ikonische Stimme nachzuahmen, mich in meinem Privatleben hier und da wie Carrie zu verhalten.

Außerdem ist es natürlich eine Herausforderung, die manchmal grenzwertig bekloppten Outfits nachzustellen und mit meinen Freunden zusammen die Bilder aufzunehmen.

Und: Ich liebe es, mich meiner eigenen Unsicherheit zu stellen. Mitten in New York City rumstehen, in der Nähe gut besuchter Touristenattraktionen, in knappen Kleidern und auf High Heels wackelnd: Man braucht Mut für diese Fotos, den ich anfangs nicht hatte.

Und dann kam dieser Moment, als Sarah Jessica Parker dein Foto kommentierte:

Oh, das war pure Freude. Sie. Die mir über all die Jahre so viel Glück bereitet hat. Das bedeutete mir viel, weil ich sehr viel Zeit für den Account aufbringe – damit sie eine Hommage sind, keine Nachahmung. Das ihr das aufgefallen ist: krass. Dass sie mir überhaupt geschrieben hat: unglaublich lieb.

Du musst es wissen: Was ist der beste "Sex and the City"-Moment aller Zeiten?

Der Moment, als Carrie zu spät zu Bigs Verlobungsparty kommt. Ende der zweiten Staffel. Die Szene ist wirklich ikonisch – das "Dior"-Kleid, wie ihre Haare schwingen. Die Szene fängt die Carrie ein, die mir am besten gefällt – die "Ich-werde-keine-Kompromisse-für-einen-Partner-eingehen"-Carrie.

In dieser Szene sagt sie: "Vielleicht sind manche Frauen nicht dafür gemacht, gezähmt zu werden. Vielleicht müssen sie frei sein, bis sie jemanden finden, der ebenso wild mit ihnen läuft."


Gerechtigkeit

Erst brennt ein Flüchtlingsheim – jetzt taucht ein Video mit rassistischer Hetze dazu auf
"Sieg Heil. Gute Arbeit geleistet."

Im Februar vergangenen Jahres zündeten Unbekannte ein Hotel in Bautzen an, das als Flüchtlingsunterkunft dienen sollte. Der Dachstuhl loderte, Schaulustige johlten und hinderten die Feuerwehr am Löschen (bento). Das Ereignis galt als besonders trauriges Beispiel dafür, wie normal rassistische Hetze in Deutschland geworden ist.

Kurz nach der Brandnacht begutachtete ein Dachdecker den Schaden. Er filmte die Schäden im Gebäude – und kommentiert dabei: