Bild: Alya Chaglar via Instagram (@seasunstefunny)
High-Fashion, aber DIY.

Absurd teure Unikate schweben bei den zahlreichen Preisverleihungen und elitären Partys in Hollywood über den roten Teppich: Kleider, die mehr kosten, als so manche Eigentumswohnung. Roben, die länger sind, als manche Promi-Ehen. Dass solche High-Fashion-Stücke allerdings keine Tausende Euros kosten müssen, zeigt Alya Chaglar.

Die 32-jährige Mutter aus der Türkei bastelt für ihre Tochter Stefani die aufwendigen Designerkleider der Weltprominenz nach. Alya, die mit ihrer Tochter in Antalya lebt, macht das ohne Nadel und Faden. Stattdessen kreiert sie die Outfits nur mit den Materialien, die sie gerade bei sich zu Hause hat – und das kann auch mal ein großer Müllsack sein, der nur von Tackernadeln zusammengehalten wird. 

Neben mehr als 200.000 Followern erntet die Mutter aber nicht nur Lob, sondern auch Kritik dafür, dass sie ihr Kind so offensiv auf Instagram präsentiert. 

Wir haben mit Alya über ihre Kleider, Bilder und Kritiker gesprochen. 

#nofilter

Unsere Fotoserie #nofilter zeigt Menschen ohne großes Marketing direkt aus dem echten Leben. Wer steckt wirklich hinter den Instagram-Feeds? 

bento: Wie bist du auf die Idee gekommen, Kleider für deine Tochter zu basteln?

Alya: Ich habe ein Foto von Rihanna in einem wunderschönen blauen Kleid von Molly Goddard gesehen. Das hat mich dazu inspiriert, für meine Tochter dasselbe Kleid zu basteln. Ich hatte natürlich nicht den passenden Stoff, also habe ich einfach die Materialien genommen, die ich zu Hause hatte. Dafür benutze ich zum Beispiel Papier, Plastiktüten, Alufolie oder alte Zeitungen. Und eigentlich dauert das auch gar nicht lange: Stefani und ich brauchen pro Outfit nur zehn bis 30 Minuten.

Wie läuft so ein Shooting bei euch ab?

Alya: Ich weiß nicht mal, wie man näht, deshalb habe ich auch nicht den Anspruch an mich, eine exakte Kopie der Outfits zu erstellen – mir geht es einfach um den Spaß dabei. Meine Tochter hat ein großes Talent im Posieren, steht total auf Mode und will später selbst mal Modedesignerin werden. Nach unserem ersten Look in Rihannas Molly Goddarf Kleid haben wir immer mehr Follower bekommen. Stefani hat großen Spaß daran: Wenn die Bilder gepostet sind, zählt sie, wie viele Herzen ihr die Menschen in den Kommentaren hinterlassen.

Wie gehst du mit kritischen Stimmen um?

Alya: Erst mal ist es natürlich faszinierend, wie viel Unterstützung und Liebe wir von Menschen auf der ganzen Welt bekommen. Aber es gibt tatsächlich auch negative Stimmen: Manche Menschen finden Bilder von Kindern auf Social Media unpassend, vor allem, wenn sie in Mamas High-Heels posieren. Für uns ist das aber nur ein lustiges Spiel mit Mode: Wir verbringen nicht den ganzen Tag damit, Fotos für Instagram zu machen. Stefani hat auch andere Interessen. Sie spricht zum Beispiel drei Sprachen fließend.

Gibt es etwas, das ihr mit euren Bildern zeigen möchtet?

Alya: Jeder sollte sich Zeit für seine Kinder nehmen und gemeinsam mit ihnen an Projekten arbeiten – und an seine Kinder glauben. 

Wusstest du schon, dass auch wir einen Instagram-Account haben? Bei uns gibt es zwar keine gebastelten Kleider, aber jede Menge interessante Netzfundstücke. Folgen kannst du uns hier.



Streaming

Wie Lindsay Lohans neue Reality-Show es schaffte, mein Selbstwertgefühl aufzupolieren
Lindsay Lohan strauchelt zurück in die Öffentlichkeit.

Es gibt diese Tage, an denen ich im Dunkeln nach Hause komme und vollkommen unzufrieden bin: Die Schlange an der Supermarktkasse war wieder viel zu lang, zum Sport konnte ich mich sowieso nicht aufraffen und kochen wäre jetzt wirklich zu viel verlangt. In solchen Momenten, in denen die Billig-Fertigpizza im Ofen vor sich hin bäckt, gibt mir nur eine Sache Kraft: Lindsay Lohans neue Reality-Show.

Ja, das 32-jährige Sorgenkind Hollywoods ist (mal wieder) zurück: Nach einer knapp fünfjährigen TV-Pause hat sich Lindsay anscheinend endlich von ihrer kontroversen Dokuserie mit Oprah Winfrey erholt und boxt sich nun – mal tapfer lächelnd, mal tapfer weinend – den schweren Weg zurück zur Relevanz. 

Ihr neuester TV-Clou mit dem Titel "Lindsay Lohan's Beach Club" ist zwar alles andere als innovativ, spannend oder gut – trotzdem kann ich nicht aufhören, mit Lindsay zu leiden.

Denn nachdem die Frau, die nach eigener Aussage erst "zehn bis 15 Mal" Kokain konsumiert hat, es bedrohlich oft mit Neuanfängen in den USA versucht hat, setzte sie sich zuletzt ins Ausland ab, um ihre Marke neu aufzubauen. Mit "Marke" meine ich dabei ihr Image als exzessive Partygängerin, das jetzt zu Geld gemacht werden soll. 

Bislang klappt das schon überraschend gut: Nach einem Club in Athen soll die "Lohan-Brand", wie sie ihre wackelige Karriere seit Kurzem beschreibt, um zwei Strand-Clubs erweitert werden. Für den neuesten Standort auf Mykonos sucht Lindsay gemeinsam mit ihrem "Friend and Businesspartner" Panos nun nach vertrauenswürdigen, gutaussehenden und talentierten "VIP-Hosts", die sich um die ganze besonderen Gäste in Lindsays und Panos Beach-Club kümmern.